Eisenhüttenstadt (moz) Eine wichtige Etappe haben die 57 jungen Männer und Frauen auf ihrem künftigen Berufsweg schon zurückgelegt. Unter mehr als 500 Bewerbern wurden sie für einen der begehrten Ausbildungsplätze bei einem der größten Ausbildungsbetrieb Ostbrandenburgs, ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (AMEH) ausgewählt. Personaldirektor Volker Cassens machte in seiner Begrüßungsrede deutlich, dass es für die jungen Leute auch nach erfolgreicher Ausbildung eine Perspektive gibt: „Wir brauchen gut ausgebildete Leute“, so Cassens. Trotz der Krise, die das Werk auch im vergangenen Jahr getroffen hat, halte man deshalb an der Ausbildung fest. Spätestens ab 2017 würden pro Jahr 50 bis 60 Mitarbeiter jährlich in den Ruhestand gehen. „Dafür brauchen wir Ersatz.“
Neue Herausforderung: 57 junge Männer und Frauen haben ihre Ausbildung bei ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt begonnen.
Allerdings, darauf wurden die jungen Leute gleich am ersten Ausbildungstag eingestimmt: Von den Azubis wird viel verlangt, nicht zuletzt, weil auch von dem Standort viel verlangt wird. Die Redner erinnerten an das Jubiläum 60 Jahre Werk in Eisenhüttenstadt, das in diesem Jahr gefeiert wird. Volker Cassens verdeutlichte, dass Eisenhüttenstadt zum weltweit größten Stahlproduzenten mit 60 Standorten und 280 000 Mitarbeitern gehört. Da müsse immer wieder darauf geachtet werden, dass wirtschaftlich produziert wird.
Betriebsratsvorsitzender Holger Wachsmann erläuterte in diesem Zusammenhang, wo die Vorteile in Eisenhüttenstadt liegen: „Technik kann man überall hinstellen“. Wichtig sei aber der Wettbewerb um die gut ausgebildeten Fachkräfte. Deshalb werde großer Wert auf die Ausbildung gelegt. Das sei der Wettbewerbsvorteil „Das heißt auch: Die Anforderungen sind nicht gering.“
Dass ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt da schon lange auf einem guten Weg ist, bestätigte Ulrich Lehmann, Leiter für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Ostbrandenburg. Unter den besten Azubis deutschlandweit seien auch immer welche aus Ostbrandenburg mit dabei. Ute Tupy, amtierende Leiterin des Oberstufenzentrums, in dem die Azubis auch einen Teil ihrer Lehre verbringen werden, legte die Messlatte gleich ganz hoch. Sie erwähnte einen Lehrling, der mit einer Note von 1,1 abgeschlossen hat. Sie warb für Eisenhüttenstadt: „Es lohnt sich, hier zu leben und zu arbeiten.“ Wobei Holger Wachmann anmerkte, dass es nicht nur auf die Noten ankommt. „Es muss nicht jeder Einsen haben. Wir wollen aber, dass jeder seine Potentiale ausschöpft.“
Jürgen Peschel, Leiter Berufsausbildung ArcelorMittal, betonte, dass man auch Wert auf Teamgeist, Kooperation und Engagement lege. Die Lehrlinge werden nicht zuletzt deshalb gemeinsam eine Woche in der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle verbringen, wo sie sich nicht nur untereinander kennenlernen, sondern auch mehr über das Werk erfahren sollen.
Unter den Azubis, die zum großen Teil aus Eisenhüttenstadt und Umgebung kommen, ist auch ein nicht unerheblicher Teil Frauen. Für das Werk in Eisenhüttenstadt ist das, im Gegensatz zu westdeutschen Standorten, nichts Außergewöhnliches, so Holger Wachsmann.
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