Neulewin (moz) Schwerarbeit bei den acht Bildhauerinnen der Kunstwerkstatt auf dem Moserhof: Das Ende ihres vierwöchigen Schaffens auf Einladung der Lübbering-Stiftung naht. Am Freitag wird das Abschlussfest gefeiert, und alle wollen dann vorzeigbare Ergebnisse präsentieren.
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Bildhauerei mit Stein ist Schlagen, Schauen und Gehen. Zwei, drei Schläge mit dem Fäustel auf den geschlitzten oder gezackten Meißel, fünf Schritte rückwärts gehen, schauen nach der Wirkung der Schläge, fünf Schritte vorwärts zum Stein gehen, zwei, drei Schläge, wieder fünf Schritte rückwärts. Ab und zu wird die Schutzbrille ins Haar geschoben und genauer geschaut. Nein. Genau schaut die Bildhauerin natürlich immer. Es sieht anstrengend aus und ist es wohl auch.
Emerita Pansowová arbeitet so. Vor, schlagen, zurück, schauen, wieder vor. Immer ran an den Stein und sorgfältig die Schläge setzen. Nicht zu viel abschlagen. Was einmal weg ist, ist weg. „Man kommt mit der Idee von der künftigen Skulptur zum Stein und weiß, was man will“, sagt Emerita Pansowová. Doch im Laufe der Arbeit komme der Zeitpunkt, wo sie auf den Stein eingehen müsse: „Steingemäß wird die Idee gewandelt. Man muss beobachten, was gut tut.“ So nimmt der Stein mit seiner Struktur Einfluss auf das spätere Ergebnis, die Umsetzung der künstlerischen Idee. „Das Relief ist besonders empfindlich, weil die Tiefen bedeutend knapper bemessen sind als bei einer Vollplastik. Ich arbeite eine räumliche Zeichnung im Stein durch. Ich muss mich gedulden mit dem wenigen Raum, der mir zur Verfügung steht“, erläutert Emerita Pansowová die Besonderheit ihrer Skulptur.
Sie habe das Relief gewählt, weil es die Möglichkeit biete, mehrere Figuren nebeneinander darzustellen. Auf der rechten Seite ist ein Pferd zu sehen, das seinen Kopf einer Frau auf der linken Seite zuwendet. Die Frau gehe vorwärts, sie hat die Arme verschränkt, halte sich an sich selbst fest, erläutert die Bildhauerin. Mensch, Tier und Natur treten in Beziehung. Der Mensch wendet sich dem Tier zu und umgekehrt. Wegen der klaren figürlichen Darstellung hatte Emerita Pansowová beim Tag der offenen Tür gleich die Schulkinder hinter sich, die auch richtig Pferd und Frau erkannten. „Das Relief bietet in der Bildhauerei ein erzählerisches Moment, für die Kinder war es leicht zu erkennen, es soll aber nicht gefällig sein.“
Das Thema der Frauen in der Kunst der Romantik liege ihr sehr am Herzen, sagt die in der Slowakei geborene und seit vielen Jahren in Deutschland lebende Bildhauerin. Es in dieser Umgebung künstlerisch umzusetzen, sei ein großes Glück, denn so sorgenfrei könnten Künstler nur selten arbeiten. Das gilt auch für Frauen in der Kunst der heutigen Zeit. „Das Schwerste ist, durchzuhalten und nicht aufzugeben.“
Morgen ist die Abschlussfeier der Kunstwerkstatt auf dem Moserhof, bei der die Bildhauerinnen und die Grafikerinnen die Ergebnisse ihrer Arbeit vorstellen werden.
Plastiken, darunter auch Bronzeskulpturen, von Emerita Pansowová sind derzeit noch bis zum 16. September im Kunstparkhaus der EWE in Strausberg, Hegermühlenstraße 58, ausgestellt.
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