Neutrebbin (moz) Eine große Wandzeitung über der neuen Lese-Ecke der Neutrebbiner zeigt, dass die Märkische Oderzeitung, aber auch die Lieblingsbücher der Schüler bereits seit längerem eine wichtige Rolle im Schulalltag spielen. So waren die 40 Zeitungen der Seelower Lokalausgabe gestern zur Eröffnung der Lese-Ecke denn auch schnell verteilt. Zielsicher hatten die Kinder gleich die MOZ-Kinderecke aufgeschlagen und lasen sich erst einmal die Witze vor.
Niclas freute sich über das Aufmacherfoto vom Fang des großen Welses, denn er interessiert sich vor allem für Angeln und Sport. Sarah hingegen würde es schön finden, wenn es mehr Comics in der MOZ gebe – jeder Schüler hat seine Meinung zur Zeitung. „Vor allem die Älteren aus den 4. bis 6. Klassen sind schon sehr interessiert daran, die Zeitung zu lesen“, sagte Deutschlehrerin Gabriele Paetzel. Und Schulleiterin Christiane Malkowsky erklärte auch warum: „Wir freuen uns immer, wenn wir Texte finden, die über unsere Heimatorte berichten oder aktuelle Problem aufgreifen. Daran können wir dann im Unterricht anknüpfen.“ Die bunte große Kinderseite am Wochenende und die Rubrik „MOZ für Euch“ auf der Serviceseite seien schon recht gut. Aber leider gehe es nicht immer um Themen aus dem Oderbruch. Besser wäre es, wenn es eine regelmäßig erscheinende lokale Kinderseite geben könnte, ähnlich der Jugendseite.
„Weil ich aus Letschin komme, habe ich mich im Zusammenhang mit dem Wechsel an die Neutrebbiner Schule erst einmal mit dem Wriezener und Freienwalder Bereich des Oderbruchs beschäftigt und viele interessante Themen gefunden, über die man auch mehr wissen möchte“, sagte sie. Die Besonderheit in Neutrebbin sei, dass ein Teil der Schüler in Dörfern wohnt, die einst zum Freienwalder Kreis gehörten, wie Alt- und Neulewin sowie Güstebieser Loose. Deshalb hat die Schule sich auch entschieden, dass von den fünf gespendeten Jahresabos zwei mit der Freienwalder Lokalausgabe kommen.
Karsten Stahl, Geschäftsführer der Tibo, hat gute Gründe dafür, die Neutrebbiner Schüler schon frühzeitig mit der Zeitung vertraut zu machen. „Wir bilden ja auch schon seit Jahren Lehrlinge aus. Und bei den Bewerbungsgesprächen ist uns aufgefallen, dass es doch bei viele größere Lücken gibt, wenn Fragen zur Allgemeinbildung gestellt werden.“ Deshalb hab sich die Tibo dafür entschieden, der Grundschule vier Jahres-Abos zu spenden. Der in Luckau aufgewachsene Tibo-Chef hatte etwa mit zehn Jahren damit begonnen, regelmäßig die Tageszeitung zu lesen. „Das war die Lausitzer Rundschau. Und zwar immer von hinten, denn da standen die Themen, die mich sehr interessierten, etwa wie Sport.“ Auch seine Kinder seien mit der Zeitung aufgewachsen. Wenn er sich heute die Zeitungen durchlese, dann wünsche er sich mehr positive Berichte über neue Erkenntnisse aus den Bereichen Wissenschaft und Technik. „Es müssen nicht immer nur Katastrophenmeldungen sein. Die Jugend muss auch erfahren, dass es vorwärts geht. Vorwärts geht‘s nur mit hellen Köpfen“, so der Firmenchef.
Mit ihrem zweiten MOZ-Paten, dem Neutrebbiner Edeka-Markt von Sigrid Hübner, verbindet die Grundschule bereits seit langem eine enge Partnerschaft. Wenn es größere Aktionen an dem vor mehr als 30 Jahren eröffneten Markt gibt, bauen auch die Schulklassen ihre Stände für einen Kuchenbasar auf.Der Erlös kommt den Klassenkassen zu Gute. „Andererseits unterstützt Sigrid Hübner unsere Schule bei größeren Veranstaltungen“, bedankte sich Schulleiterin Christiane Malkowsky.
Sigrid Hübner hat schon als Kind Erfahrungen mit der lokalen Tageszeitung gemacht. „Für uns , ich bin in Seelow aufgewachsen, war es ja der Neue Tag. Der wurde zum Beispiel im Deutschunterricht dazu genutzt, die Rechtschreibfehler herauszufinden“, erinnert sie sich. Später habe sie auch ihre Kinder angehalten, in die Tageszeitung zu schauen. Stolz berichtete Sigrid Hübner, dass zwei ihrer Kinder selbst Edeka-Märkte leiten: in Lebus und Wriezen. „Für mich ist es morgens eines der ersten Dinge, in der MOZ zu lesen. Ich schau dann gleich nach, welcher meiner Kunden Geburtstag hat, um zu gratulieren“, sagte sie. Natürlich hat sie auch die MOZ im Markt im Angebot. Die Kundschaft weiß genau, wie sie es damit handhabt. „Die Seelower Ausgabe liegt vorn im Regal, die Freienwalder dahinter. Wir haben ja etliche Kunden, die die eine oder andere Ausgabe bevorzugen“, weiß die Marktleiterin. Ihre Entscheidung für ein MOZ-Patenabo sei gefallen, weil sie auch künftig daran interessiert ist, gut auf die Lehre vorbereitete Schulabsolventen zu haben. Seit Jahren bildet der Markt Lehrlinge aus, derzeit sind es zwei.
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