Strausberg (moz) Wenn am 11. September der KSC Strausberg mit einer großen Gala in der Strausberger Energie-Arena sein 20. Bestehen feiert, dann kann einer ganz besonders stolz sein. Klaus Pfeffer ist heute 63 Jahre alt und hat ein großes Stück der Vereinsgeschichte mitgeschrieben. Als Vereinsmitglied, Trainer und auch als erfolgreicher Sportler
Sport hat Klaus Pfeffer durch sein ganzes Leben in besonderer Weise begleitet. Und heute sieht man ihm an, dass der Sport nicht nur gesund und fit hält, sondern auch zufrieden macht. Bei einer Tasse Kaffee und einem herrlichen Blick auf den Kageler Baberowsee berichtet Klaus Pfeffer, was der Sport ihm bedeutet.
Pfeffer wechselte schon im Alter von 14 Jahren zur Sportschule nach Frankfurt (Oder) und machte dort sein Abitur. Damals war er aktiver Leichathlet und seine Spezialität waren die Wurfdisziplinen. Ein zweiter Platz bei den Meisterschaften der damaligen KJS (Kinder- und Jugendsportschulen) – gleichzusetzen mit einer DDR-Meisterschaft – sowie ein vierter Platz beim Hammerwerfen waren sein größten Erfolge.
Sein Wunsch war es aber nicht nur, selbst Leistungssportler zu werden, sondern irgendwann einmal eine Trainertätigkeit auszuüben. So begann er ein Sportstudium an der DHFK (Deutsche Hochschule für Körperkultur) Leipzig. 1969 beendete er dieses erfolgreich und die Sportschule holte ihn nach Frankfurt Oder zurück. Er wurde Trainer.
Auf Grund einiger Umstrukturierungen innerhalb der DDR-Sportschulen, so wurde die Sparte Leichtathletik nach Potsdam verlegt und nur Ball- sowie Kampfsportarten blieben in Frankfurt (Oder), musste Pfeffer seinen Wohnort ändern. Er kam nach Schwedt, um ab 1976 bei der BSG Aufbau Schwedt eine Trainertätigkeit zu beginnen. Vier Jahre später wurde für ihn ein Umzug nach Strausberg notwendig.
Nach der politischen Wende in Deutschland musste er sich, wie viele andere neu orientieren, auch weil das DDR-Sportsystem mit der Vielzahl von hauptamtlichen Trainern nicht anerkannt wurde. Als ziviler Mitarbeiter der damaligen Nationalen Volksarmee blieb er noch kurze Zeit Angestellter des neuen Arbeitgebers: Bundeswehr. Durch einen Zufall aber konnte er einen zweiten beruflichen Neuanfang starten. Durch eine große Krankenkasse bekam er zunächst die Chance, als Honorarkraft im Bereich des Gesundheitssports tätig zu werden. Durch den Besuch zahlreicher Seminare gelang es ihm, sich zum Fachmann für diesen Bereich zu qualifizieren. Schließlich wurde er Angestellter der Krankenkasse, die sich heute auch als die Gesundheitskasse bezeichnet.
Pfeffer ist heute im sogenannten Vorruhestand und sagt selbst: „Zeit habe ich eigentlich nie. Neben dem eigenen Schwimm-Training, mindestens dreimal in der Woche, betreut er noch eine Interessengemeinschaft in seinem heutigen Heimatort Kagel. „Irgendwann hatte ich einmal den Mund zu voll genommen und erklärt, man könne eine Art Gesundheitssportgruppe im Ort aufbauen. Inzwischen könnte fast schon eine zweite in Leben gerufen werden.“ Neben einer aktiven Mitarbeit im Heimatverein seiner Gemeinde, trainiert er beim KSC Schwimmer im Nachwuchsbereich.
Und ganz nebenbei ist Pfeffer ein sehr erfolgreicher Schwimmer, der die Farben des KSC Strausberg in den vergangenen Jahren immer wieder bei Landes-, Welt- und Europameisterschaften der Masters vertreten konnte. „Bei diesen Titelkämpfen gibt es durchaus hohe Anforderungen und die haben längst mehr als den Charakter einer normalen Veranstaltung für Hobbysportler“, sagt Pfeffer und zeigt auf ein T-Shirt, das er sich von den jüngsten Titelkämpfen, 13. Weltmeisterschaft der Masters, aus Göteborg mitgebracht hat. Für den KSC ging Pfeffer beim 3000 Meter-Rundkurs im wunderschön gelegenen Delsjönsee bei Göteborg an den Start. Vor rund 2500 Zuschauern beendete er den Wettkampf als 27. im Freiwasserschwimmen. Zuvor gab es für ihn allerdings auch einen emotionalen Höhepunkt. Er gewann einen Zwischenlauf über die 100-m-Brust. Am Beckenrand drückten ihm Tochter Grit Mäbert und die Enkel Paul (9 Jahre), er schwimmt ebenfalls beim KSC Strausberg und Theo (5) fest die Daumen. Insgesamt wurde Pfeffer 27.
Etwas liegt ihm noch am Herzen und so betont er, „dass der Sport in jedem Alter absolut wichtig ist. Das muss gar nicht Leistungssport sein, sondern es geht in erster Linie um das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit.“
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