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Sven Klamann 02.09.2010 21:19 Uhr
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Konzerttournee ins Ursprungsland

Eberswalde (moz) Die Westend Gospel Singers sitzen auf gepackten Koffern. Die Aufregung ist bei den Sängerinnen und Sängern groß, die Vorfreude aber noch viel größer. Doch bevor das Ensemble zu seiner zweiten USA-Tournee aufbricht, lädt es für kommenden Mittwoch erst einmal zu einer öffentliche Probe ein.

  „Oh happy day“: Pfarrer Hanns-Peter Giering (vorn) leitet die Westend Gospel Singers, die neben klassischen Liedern aus dem schwarzen Amerika auch moderne Stücke zu Gehör bringen. Seit zwei Jahren probt das Ensemble für die zweite USA-Tournee. © MOZ/Thomas Burckhardt

Mit dem Konvent Wisconsin, einem Kirchenkreis der „United Church of Christ“, der von der kanadischen Grenze bis 100 Kilometer vor Chicago reicht, verbindet die Westend Gospel Singers eine Freundschaft, die sich nicht nur in gegenseitigen Besuchen ausdrückt. „Wir fühlen uns einander nah“, sagt Hanns-Peter Giering. Der Pfarrer der evangelischen Stadtkirchengemeinde leitet den Chor, der sich der Kirchenmusik des schwarzen Amerikas verschrieben hat und vor vier Jahren erstmals durch Wisconsin gereist ist. Dem Gospel widmet sich der Eberswalder Gottesmann mit einer solchen Hingabe, dass ihn seine amerikanischen Glaubensbrüder bei ihrem letzten Aufenthalt im Barnim voller Respekt „Der mit dem Bauch tanzt“ genannt haben. Seine Leidenschaft teilt Hanns-Peter Giering mit allen 30 Sängerinnen und Sängern, die sich an jedem Mittwoch wieder um 19 Uhr zu einer zweistündigen Probe im Gemeindehaus an der Kirchstraße 6 treffen.

Den Kontakt zum Konvent in Wisconsin hat Fritz West vermittelt. Der Pfarrer der „United Church of Christ“ ist inzwischen im Ruhestand, aber immer noch im Gemeindeleben aktiv. „In seinem bewegten Berufsleben hat Fritz West ein viertel Jahr lang auch in Eberswalde gewirkt“, berichtet sein Amtsbruder, der dem Wiedersehen entgegenfiebert.

Die Westend Gospel Singers werden an Gottesdiensten in schwarzen und in weißen Gemeinden teilnehmen und zudem acht Konzerte geben. „Jeder unserer Auftritte im Ursprungsland des Gospels beschert uns Gänsehauterlebnisse, die uns ungemein inspirieren und von denen wir lange zehren werden“, sagt Hanns-Peter Giering voraus.

Doch die Sängerinnen und Sänger aus dem Barnim kommen nicht nur als Lernende. Wie bereits vor vier Jahren werden sie allein durch ihr Gastspiel dazu beitragen, dass schwarze und weiße Christen wieder intensiver mit einander ins Gespräch kommen. „Wir helfen in Wisconsin ein wenig dabei, Brücken zu bauen“, wehrt der Chorleiter des Ensembles bescheiden ab.

An dem Programm für die zweite USA-Tournee feilen die Westend Gospel Singers seit nahezu zwei Jahren. Erst noch recht locker, längst mit Hochdruck. „Wir haben etwa 15 Lieder einstudiert“, verrät der Pfarrer. Neben herkömmlichen Spirituals werden die Barnimer moderne Gospel aus Amerika und aus der im rasanten Wachstum begriffenen europäischen Szene vortragen. Mit „In Deinem Tor will ich stehen“ haben die Sängerinnen und Sänger sogar ein Werk in deutscher Sprache im Gepäck. „Ein Gospel in Jazzbearbeitung“, berichtet Hanns-Peter Giering.

28 der 30 Ensemblemitglieder werden sich am 16. September in den Flieger setzen. Nach der Landung in Chicago steigen sie in einen Bus, mit dem sie die letzten 250 Kilometer bis zu ihrem ersten Ziel zurücklegen. Am 30. September geht es für die Westend Gospel Singers wieder heim.

Zu den Höhepunkten des Gastspiels in Wisconsin dürfte ein Chortreffen zählen, das den Barnimern als hochwillkommene Weiterbildung dient.

Was die Sängerinnen und Sänger heute schon drauf haben, werden sie bei der öffentlichen Probe am 8. September ab 20 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche unter Beweis stellen. Was sie in den USA dazu gelernt haben, ist beim Gospelkonzert an gleicher Stelle am 16. Oktober zu erleben, das um 17 Uhr beginnt.

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