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Ulrich Thiessen 09.03.2011 18:41 Uhr

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Kaserne Krampnitz bleibt ein Rätsel

Potsdam (moz) Wem gehört jetzt eigentlich Krampnitz? Um das 110 Hektar große Kasernengelände ranken sich seit letztem Sommer zahlreiche Spekulationen und ein Untersuchungsausschuss soll Dunkel in das 2007 abgeschlossene Geschäft bringen. Am Dienstagabend hatte der Hannoveraner Anwalt Ingolf Böx vor dem Ausschuss ausgesagt. Er hatte das Gelände, wie er sagte, damals mit einem Kompagnon erworben, um es gemeinsam mit dem dänischen Immobilienentwickler Thylander zu bebauen. Eine Anzahlung wurde geleistet. Die Dänen stiegen 2008 aus, ein weiterer potentieller Investor fand keine Bank, aber nun sei eine Immobilienfirma aus Hannover mit im Boot, so Böx.

Noch vor einem Jahr war ein Teil der angezahlten Summe wegen Finanzproblemen zurückgezahlt und der Kauf in Optionen umgewandelt worden. Nun überraschte Böx mit der Information, dass er die gesamte Fläche zu kaufen bereit sei. Das Geld liege bereit und das Finanzministerium müsse nur noch zustimmen, dann sei das Geschäft perfekt. Der Landesrechnungshof hatte nach seiner Prüfung im vergangenen Herbst erklärt, dass die Verträge eigentlich obsolet seien und dem Finanzministerium empfohlen, die Geschäfte rückgängig zu machen. Böx erklärte dies nun als ein Missverständnis mit einer Bank, das ausgeräumt sei. Nun würde gekauft. Das Finanzministerium hatte in den vergangenen Wochen nie auf den Bericht des Landesrechnungshofes reagiert und hielt sich auch gestern über seine Pläne mit Krampnitz zurück.

Fragen wirft inzwischen auch die Angebotsabgabe 2007 auf. Das Gebot von Böx ging am letzten Tag der Ausschreibung, dem 31. Mai ein – um 23.45 Uhr, wie das Protokoll der Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG) ergibt, die den Verkauf des Grundstücks leitete.

Darüber hinaus findet sich in den Akten ein Protokoll über die Öffnung der fünf abgegebenen Angebote, ebenfalls vom 31. Mai. Demnach müssten der Geschäftsführer der BBG, Frank Marczinek und zwei Mitarbeiter zwischen 23.45 und null Uhr die Angebote – vor Ablauf der Frist – geöffnet, gesichtet und in ein entsprechendes Protokollformular eingetragen haben. Ob, wie einige Abgeordnete vermuten, die Angebotsabgabe manipuliert wurde, sollen weitere Vernehmungen zeigen.

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