Selchow (moz) Das hatte die Kirche Selchow noch nicht erlebt – swingender Gospelgesang im Gotteshaus. Das Abschlusskonzert des 4. Gospelworkshops mit Jean Mondesir Benoit aus Haiti war der Höhepunkt des Gemeindefestes der evangelischen Kirchengemeinde Storkower Land.
Dankeschön für eine fleißige Helferin: Oma Waltraud Baath (rechts vorne) sorgt dafür, dass es neben dem Singen auch stets genug Leckeres zu essen gibt.
Der Gospelworkshop konnte diesmal mit 23 Teilnehmern wieder die durchschnittliche Anzahl der Singbegeisterten in dieser Musikgattung anziehen. Von Freitagabend an studierten sie zehn Titel für die Auftrittsreife ein. „Das ist eine große Leistung, noch dazu, in so kurzer Zeit alles auswendig zu können“, erkannte Mondi, wie der Chorleiter liebevoll genannt wird, glücklich an.
Es waren wieder Titel dabei, die fast jedes Jahr gesungen werden, so „O happy Day“ oder „Amen“, aber der 32-jährige Diplom-Musiklehrer für Popularmusik aus dem Raum Bayreuth versucht jedes Jahr, das Niveau zu steigern. Er hat Erfahrung mit Gospelmusik seit seiner Kindheit in Haiti, wo in Baptistenkreisen diese Musik gepflegt wird, leitet drei Gospelchöre in Bayern und organisiert einmal im Jahr sogar ein Gospelfestival.
Die Teilnehmer des Workshops kamen diesmal aus Friedersdorf (Dahme-Spreewald), Storkow, Bad Saarow, Beeskow und Glienicke. Es waren erfahrene Gospelsängerinnen und auch drei Sänger dabei, so einige von den LOS Gospel Singers aus Glienicke, aus der Singgemeinschaft Storkow und aus der Kantorei Storkow. Zu Letzteren gehört Angelika Tiedeke, die schon zum zweiten Mal mitgemacht hat. Sie schätzt die enge Gemeinschaft, die in dieser kurzen Zeit des Workshops entsteht, und dass es eine ganz andere musikalische Richtung ist, „lebendiger und sehr intensiv“. Es waren aber auch Teilnehmer dabei, die noch nie gesungen haben und, wie sie Mondi sagten, wiederkommen wollen.
Dass es diesmal schwerer für die Teilnehmer war, lag auch daran, dass der Chorleiter erstmals mit Leonie Richter und Stefan Weith zwei versierte Solisten mitgebracht hatte, auf die sich der Chor im Wechselgesang einstellen musste. „Das war am Anfang schwer, aber sie haben sich gut rein gefunden“, erzählt Mondi. Das kann Angelika Tiedeke bestätigen: „Wir konnten uns am Anfang gar nicht vorstellen, dass so etwas Tolles dabei herauskommt“, freut sie sich. So war die emotionale Wirkung des großartigen Gospelsongs „O happy Day“ diesmal durch die Solisten noch ergreifender.
Zum Erfolg des Konzertes beigetragen haben auch Torsten Schulze aus Storkow am Schlagzeug und die Kantorin Saiko Yoshida-Mengk am Keyboard. Obwohl die Probenzeit sehr anstrengend gewesen sei, haben viele Teilnehmer gesagt, dass für sie das Singen letztendlich eine Erholung war. Organisatorisch hatte wieder die Kantorin die Fäden in der Hand. Ein besonderes Dankeschön erhielt aber diesmal Oma Waltraud Baath, die jedes Mal ganz prima dafür sorgt, dass es neben dem Singen auch genug Leckeres zu essen gibt. Jean Mondesir Benoit aber nutzte das Konzert, um bei den Zuhörern um Unterstützung eines Waisenhauses in Haiti zu werben, für das er sich mit seiner Familie engagiert. Die Kollekte wird diesmal an das Waisenhaus gehen, und wer sich mit Spenden beteiligen will, kann sich im Internet informieren.
Waisenhaus-Projekt in Haiti: www.help-maeh.de
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