Schöneiche . Die Firma Stadler aus Berlin testet bis Ende Oktober zwei neue Züge für die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn auf den Gleisen der Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn (SRS). Das passiert ausschließlich nachts, aber am Freitag präsentierten SRS und Stadler die Züge geladenen Gästen.
Moderne Gast-Tram: Ein Berliner Hersteller nutzt die Sch÷neicher Gleise, um seine neuen Stra▀enbahnen vor der Auslieferung einzufahren.
"Wir sehen, wie es ungefähr sein könnte, wenn wir hier mit modernen Fahrzeugen fahren", sagte SRS-Geschäftsführer Detlef Bröcker. Er wünschte der Pankower Firma Stadler noch viele Verkäufe von Bahnen mit der Meter-Spur, die alle zum Testen "bei uns vorbeikommen, um den Verantwortlichen im Landkreis zu zeigen, wie es sein könnte."
SRS-Betreibsleiter Reinhold Schröter stellte denn auch fest, dass die 30 Meter langen und 2,30 Meter breiten Niederflur-Straßenbahnen in seine Halle passen. Allerdings fahren die Tester derzeit nur bis Berghof-Weiche und nicht nach Rüdersdorf, weil die Bahnsteige Berghof und Torellplatz noch zu breit sind; sie sollen im kommenden Jahr ausgebaut und heutigen Bahnen angepasst werden.
"Wenn wir auf neue Wagen umrüsten würden", sagte Schröter, käme die SRS mit vier dieser Züge aus, da sie schneller beschleunigen und auch schneller fahren. "Drei wären auf der Strecke, der vierte zur Durchsicht." Derzeit legt jede SRS-Tram 400 Kilometer pro Tag zurück. "Es wäre schon eine tolle Sache, wenn wir solche Züge hier hätten", sagte auch der neue SPD-Fraktions-Chef im Schöneicher Gemeinderat, Philip Zeschmann. "Ich denke, das würde helfen, dass noch mehr Menschen Straßenbahn fahren."
Doch das verschlingt einige Millionen. "Straßenbahnen in Deutschgland kosten zwischen zwei und drei Millionen Euro pro Stück", sagte auf Nachfrage Ulf Brker, Vertriebsleiter bei Stadler. Die Firma hatte ein Test-Gleis samt Werkstatthalle nahe dem Pankower Werk gesucht - und mit der SRS einen idealen Partner gefunden. In Schöneiche werden die Fahrzeuge für den Endkunden auf Herz und Nieren geprüft.
Auch Monika Viktor, Geschäftsführerin der Woltersdorfer Straßenbahn, zeigte sich angetan - und winkte trotzdem ab: "Für Woltersdorf wäre das nichts - zu breit, käme nicht in unsere Halle. Und so ein Fahrzeug würde unsere Kosten hochtreiben." Es sei eine gute Entscheidung gewesen, auf die robusten, fast 50 Jahre alten Wagen vom Typ Gotha zu setzen. "Die sind von Grund auf modernisiert worden, haben geringe Folgekosten und passen ins Ortsbild."
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