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boris kruse 24.06.2011 06:43 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Eberswalde (moz) Die 262. Ausstellung in der „Kleinen Galerie“ ist einem schwer zu handhabenden Werkstoff gewidmet. Zu sehen sind „Gläserne Bilder und Objekte“, so der Titel der Schau, die die in Wandlitz Annelie Grund überwiegend in den vergangenen drei Jahren geschaffen hat.

  Hauchzart und kristallklar: Seit Mittwoch hängen Annelie Grunds gestaltete Glasscheiben in der „Kleinen Galerie“ im Sparkassenforum. Die Exponate verarbeiten überwiegend mythologische Themen. © MOZ/Thomas Burckhardt

In Scheiben aus handelsüblichem Glas hat die freischaffende Künstlerin Bilder und Symbole geritzt oder geätzt, die an frühgeschichtliche Höhlenbilder und alte Schriftzeichen erinnern. Auch Tierdarstelungen sind vertreten. Andere Glasbilder sind mit leuchtenden Farbverläufen gestaltet oder werden dezent von LED-Leuchten illuminiert.

Die Inspiration für ihr Schaffen bezieht Annelie Grund aus archäologischen Ausgrabungen der Steinzeit und der Bronzezeit, für die sie mehrfach durch die Welt gereist ist. Als ihre selbstgewählte Aufgabe bezeichnet sie es, den gemeinsamen „Kulturcode“ aufzuschlüsseln, der sowohl der westlichen Zivilisation mit dem christlichen Glauben als auch den archaischen Gesellschaften zugrunde liegt.

Grund ist 1953 in Berlin geboren und studierte zunächst Kunst an der Humboldt Universität. Nach Jahren als Kunstlehrerin begann sie 1979, als freischaffende Künstlerin zu arbeiten. Sie besitzt sowohl den Gesellen- als auch den Meisterbrief als Glasmalerin. Zahlreiche ihrer Auftragsarbeiten sind die Gestaltung von Kirchenfenstern.

Der Jurist Norbert Knabenbauer, Initiator der Neuen Grimnitzer Glashütte, hielt die Laudatio. Als Auseinandersetzung mit den existenziellen Grundfragen des Seins charakterisierte er das Schaffen von Annelie Grund. Besonders stimmungsvoll wurde die Vernissage durch die musikalische Begleitung von Manfred Thon, der drei Stücke auf dem Hang spielte: ein vergleichsweise neuartiges Instrument aus der Schweiz, das aus zwei Halbkugeln aus Stahlblech besteht und mit der karibischen Steel Pan verwandt ist. Thon entlockte seinem so einfach anmutenden Instrument eine Vielzahl an unterschiedlichen Tönen und Klangfarben und faszinierte damit die überraschten Ausstellungsbesucher.

Die Ausstellung läuft bis zum 16. August und kann immer montags und freitags von 8.30 – 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 8.30 – 18 Uhr sowie Mittwochs von 8.30 – 13 Uhr besucht werden.

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