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Bildungssystem bleibt eine Dauerbaustelle

. Die brandenburgischen Regierungsparteien hatten sich zu Beginn dieser Legislaturperiode schnell auf die Fusion der Gesamt- und Realschule zur Oberschule verständigt. Damit schien der Reformbedarf im Bildungsbereich für Jahre gedeckt. Ruhe sollte einkehren. Aber das war nicht der Fall. Schulschließungen, Stundenausfall, Lehrerüberhang - kurz der Bildungsbereich ist und bleibt eine Dauerbaustelle.

  Ulrich Thiessen Foto: MOZ ©

Die Schulschließungen bewirkten, dass sich viele Pädagogen wie Wanderarbeiter vorkommen, die heute noch nicht wissen, wo sie im nächsten Jahr arbeiten. Eltern haben in Folge dessen im Sommer noch keine Ahnung, wer im Herbst ihre Kinder unterrichten wird. Kommunalpolitiker ihrerseits mussten immer wieder mit ansehen, wie ihre Schulen von Schließungen bedroht waren. Die dafür in Potsdam erfundenen Regeln waren vor Ort oft nicht einleuchtend.

In dieser Gemengelage genereller Unzufriedenheit greift der Gedanke, die Entscheidungskompetenzen an die Basis zu verlagern, schnell um sich. Schulen und Schulträger sollen entscheiden, welche Pädagogen eingestellt werden. Das wäre sicherlich besser, als darauf zu warten, wen das Schulamt als nächsten vorbeischickt.

Die Personalhoheit vom Land auf die Schulträger zu delegieren, so wie es im viel gepriesenen Bildungswunderland Finnland gehandhabt wird, wäre eine tiefgreifende Reform. So etwas wirft komplizierte Fragen wie die Verteilung der Pensionslasten für verbeamtete Lehrer auf. Aber zunächst müsste darüber diskutiert werden, wie die Bildungspolitik in Brandenburg in den nächsten Jahren aussehen soll. Ein knappes Jahr vor der Wahl ist der richtige Zeitpunkt, verschiedene Modelle gegenüber zu stellen. Die Kernfrage ist jedoch in jedem Fall: wie viel darf gute Bildung kosten.

Vor dieser Frage hat sich vor allem die SPD immer wieder gedrückt. Und jetzt wird im Bildungsministerium argumentiert, dass die Kommunalisierung nicht in Zeiten des Lehrerüberschusses ( also jetzt) und erst recht nicht in Zeiten des Lehrermangels (also in drei, vier Jahren) erfolgen kann. Mit dieser Verweigerung ist niemandem geholfen.

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