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Michael Dietrich 28.06.2011 07:57 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Land schließt Oderdeich-Lücken

Schwedt (moz) Das Landesumweltamt will sein Versprechen gegenüber Landwirten und Touristen halten und bis zur nächsten Polderflutung die Hochwasserschäden an den Polderdeichen reparieren. Das Land gibt dafür insgesamt zweieinhalb Millionen Euro aus.

  © Stefan Csevi

Das Umweltministerium meldete jetzt, dass die Aufträge zur Reparatur der Deichschäden erteilt sind. Die Firmen Kemmer aus Berlin und Müsing aus Bernau beginnen zeitgleich mit den Bauarbeiten am Criewener Polder beziehungsweise am Schwedter Polder und am Polder 10. Derzeit sieht man noch nicht viel, da zunächst der Munitionsbergungsdienst die Baustellen absucht. Im Anschluss daran sollen die Deiche wieder geschlossen werden, indem Sand aus dem Bett der Oder in die Lücken gepumpt wird. Dafür werden Saug-Spül-Schiffe eingesetzt. Anschließend erhalten die Deiche wieder eine Abdeckung aus Mutterboden und Grasnarbe und die bekannten Spurplattenwege als Betriebswege, die auch von Radtouristen für Fahrten entlang der Oder genutzt werden. Für Planung, Munitionsbergung und Bauarbeiten sind zwei Millionen Euro veranschlagt.

Das Winterhochwasser Anfang 2011 hat an den Sommerdeichen im Nationalpark Unteres Odertal große Schäden angerichtet, an vielen Stellen hatte das Eis die Deichkronen regelrecht abrasiert und so für Ausspülungen angreifbar gemacht. Schäden an sieben Deichlücken, an der Grasnarbe auf mehreren Kilometern und die Beseitigung von Treibgut hat bereits der Wasser- und Bodenverband Welse erledigt. Die Kosten dafür betrugen rund 500 000 Euro.

Jetzt geht es an die verbliebenen fünf großen Deichlücken. Die Löcher im Sommerdeich gefährden zwar nicht die Hochwassersicherheit der Schwedter, dafür sorgen die so genannten Winterdeiche. Die Löcher im Damm zwischen Oder und Polder lassen aber gleichwohl die Wiesen im Nationalpark ungehindert volllaufen, wenn die Oder Hochwasser führt. Dann hätten die Landwirte nach dem Sommerhochwasser von 2010 erneut auf die Nutzung ihres Grünlandes verzichten müssen.

Zwischen dem Niedersaatener Wehr und dem Eiswachthaus im Criewener Polder klaffen immer noch drei große Lücken. Bisher hatten die Landwirte Glück, dass kein Hochwasser herrschte.

Das Landesumweltamt hatte ihnen versprochen, im Ernstfall sogar Notdeiche vor die Deichlücken zu schütten, damit die Polder zur Nutzung trocken bleiben. „Diese Situation blieb uns zum Glück erspart. Jetzt sind die Firmen mit schwerer Technik vor Ort. Wenn jetzt noch schnelles Eingreifen erforderlich wird, ginge das mit Hilfe der Firmen problemlos, erklärte Holger Netz vom Landesumweltamt. Die Reparaturen sollen laut Plan im September fertig sein. Anschließend können auch Touristen die Polderrundwege wieder nutzen.

Derzeit ist besonders ärgerlich, dass beide Deichwege, sowohl am Grenzfluss als auch am Kanal, offiziell gesperrt sind. Findige Radler wurschteln sich zwar vor allem am Wochenende, wenn auf der Baustelle zur regulären Deichsanierung zwischen Stützkow und Zützen nicht gebaut wird, durch Schlupflöcher hindurch und entgehen so dem beschwerlichen Umweg über die Densenberge. Aber in offiziellen Ankündigungen sind die Wege voraussichtlich noch bis November 2012 als gesperrt ausgeschildert.

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