Bernau (moz) Ein Konzert mit rechtsorientierter Musik im „Alten Dorfkrug“ von Schönow vor zwei Wochen beschäftigt die Bernauer Stadtverordneten. In einer Sitzung berieten nun die Fraktionsspitzen mit Bürgermeister Hubert Handke, wie künftig mit solchen Veranstaltungen umzugehen sei.
Es war nicht das erste Konzert mit rechtsorientierter Musik im „Alten Dorfkrug“ in Schönow. Erst im vergangenen Herbst hatte es eine ähnliche Veranstaltung, begleitet von Protesten, gegeben. Dieses Mal waren die Schönower aber vollkommen überrascht worden. „Die Anwohner und die Stadtverwaltung haben von nichts gewusst“, beteuert Klaus Geißler (Freie Fraktion) gestern bei einer Sitzung der Fraktionsspitzen im Bernauer Rathaus. Eine Reaktion auf dieses Ereignis sei deshalb aus seiner Sicht nicht möglich gewesen.
Selbst die Polizei hätte erst sehr spät von dem geplanten Konzert erfahren, pflichtete dem auch Bürgermeister Hubert Handke (CDU) bei. Und auch Harald Ueckert (Linke) machte deutlich, dass man einfach schlichtweg überrascht worden war.
Doch selbst wenn Zeit zum reagieren bliebe – die Stadt hat rechtlich nur wenige Möglichkeiten, gegen solche Konzerte vorzugehen. So handelte es sich um eine private Veranstaltung. Auch habe es weder im Vorfeld noch nach dem Konzert irgendwelche Beschwerden über die Veranstaltung oder den Gastwirt gegeben, machte er deutlich, klärte Bürgermeister Handke auf.
Klaus Labod (Grüne) hatte deshalb bereits in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung in einer Anfrage an die Verwaltung angeregt, nach alternativen Wegen zu suchen. So bezweifelte er etwa, dass der Raum überhaupt für 300 Besucher (so viele waren es beim Konzert) ausgelegt sei. In diesem Zusammenhang müssten auch die Anzahl der Fluchtwege überprüft werden, schlug er vor. Auch die Zahl der Toiletten sei zu gering – und damit ein Fall für eine Überprüfung durch die Hygiene, befand er. Beide Einwände sollen der zuständigen Behörde im Landratsamt vorgetragen und anschließend überprüft werden.
Gemeinsam wollen die Fraktionen künftig auch auf eine verstärkte Aufklärung setzen. Auf Vorschlag von Klaus Geißler wird es zu Beginn des neuen Schuljahres einen Brief an Schulen, Vereine und Jugendeinrichtungen geben, in dem noch einmal auf die Gefahren rechten Gedankengutes aufmerksam gemacht wird. Gleichzeitig soll darin ein Angebot unterbreitet werden, in dem sich ehrenamtlich Engagierte dazu bereit erklären, mit Kindern und Jugendlichen in öffentlichen Gesprächsrunden über rechte Themen zu diskutieren.
Zudem will man bei ähnlichen Veranstaltungen zukünftig noch präsenter sein. So könne etwa zu ähnlichen Konzerten in der Nähe des Dorfkruges an einem Gedenkstein ein Kranz niedergelegt werden, nannte Handke ein Beispiel.
Elke Keil schlug vor, bei diesen Aktionen vor allem auf das Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit zu setzen. Schließlich gehe es ja darum, gesellschaftliche Gruppen bei ihrem Engagement zu vernetzen, sagte sie.
Frank Goral (CDU) will auch mit den Konzertgängern ins Gespräch kommen. „Wir müssen uns auch mit denen auseinandersetzen“, erklärte er.
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