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Hans Eberhard 05.07.2011 07:58 Uhr - Aktualisiert 05.07.2011 09:10 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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SSB-Geschäftsführer Klaus Karafiat feiert 60. Geburtstag

Frankfurt (Oder) (moz) Klaus Karafiat, Geschäftsführer des Stadtsportbundes, feiert am Dienstag 60. Geburtstag – allein mit der Familie in Berlin. Morgen Vormittag gibt es einen kleinen Empfang in der Frankfurter Geschäftstelle an der Stendaler Straße.

Eigentlich heißt sein richtiger Vorname Klaus-Peter. „Aber außer meine Mutter hat mich niemand so gerufen, und das ist gut so, einfacher“, sagt er. Einen Doktortitel hat er auch, aber er legt keinen gesteigerten Wert darauf in der Anrede. Es ist ja „nur“ ein Dr. agr., ein Doktor der Landwirtschaft.

In Plaue bei Brandenburg geboren, ist Karafiat in Werder an der Havel groß geworden. Nach dem Abitur studierte er in Berlin Gartenbau. Dort lernte er auch die Psychologie-Studentin Susanne kennen, seine spätere Ehefrau. Heute ist die Diplom-Sozialpädagogin selbständig, leitet ein Yoga-Zentrum.

Einen Garten hat der ausgebildete Gartenbau-Ingenieur nicht. Das verwundert ein bisschen, aber: „Ich war schon immer mehr ökonomisch an der Gärtnerei interessiert, war und bin also mehr ein Schreibtisch-Gärtner.“

Seit 1977 ist er Frankfurter,
arbeitsmäßig verschlug es ihn ins Oderbruch. In Manschnow baute er eine „Versuchsstation für Gemüseproduktion der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR“ auf, leugnet auch nicht seine SED-Mitgliedschaft als Sektorenleiter der Bezirksleitung.

Mit der politischen Wende orientierte er sich neu, lernte Steuerfachangestellter, baute schrittweise ein Büro an der Humboldtstraße auf, leitete es auch bis 2003. „Eine gute Truppe mit den richtigen Leuten“, urteilt er. Dennoch versuchte er immer wieder mal‚ was Neues. Das ist seine Stärke, sagen Mitstreiter.

Kontakt zum Frankfurter Sport hatte er schon lange, war u. a. drei Jahre Schatzmeister des FHC und des SSB. Das Vereins- und Steuerrecht gehörte zu seiner Spezialstrecke. Im Auftrag des SSB konnte er die Vereine und Schatzmeister beraten, anleiten.

Weihnachten 1997 war er mal wieder zum Harz-Bergwandern in Schierke, machte dort die persönliche Bekanntschaft von „Täve“ Schur und dessen Sohn Jan. Da wurde die Idee geboren, die Friedensfahrt wieder mal nach Frankfurt zu holen. Beim Frankfurter Radsportclub wurde anfangs das „Spinner-Vorhaben“ etwas mitleidig belächelt, aber man sagte: Na, dann mach mal!

Und Karafiat machte sich an die neue Herausforderung, arbeitete mit Wilfried Schulz und Werner Seibt emsig am Projekt. 2003 war es soweit. Zur 750-Jahr-Feier war die Stadt zum 5. Mal Etappenort. Und mit dem Telekom-Profi Steffen Wesemann triumphierte am Ende der 56. Tour ein ehemaliger FRC-Renner zum
5. Mal als FF-Gesamtsieger.

Mit der Empfehlung dieses „Husarenstreichs“ bewarb er sich im Sommer um die ausgeschriebene Stelle des SSB-Geschäftsführers, denn Eberhard Vetter hörte auf. Seit 1. Januar 2004 ist Klaus Karafiat der vom Vorstand eingesetzte Leiter der Geschäftsstelle, die sich als Dienstleister der 84 Sportvereine mit rund
11 000 Mitgliedern versteht – die größte Personenvereinigung der Stadt. Da steckt viel Kleinarbeit dahinter, kaum einer nimmt sie richtig wahr.

Die jüngste Arbeitsphase war recht problemhaft, nachdem drei Vorstandsmitglieder das Handtuch geworfen hatten. Ein dreiviertel Jahr war Karafiat mit Axel Schulz praktisch „Einzelkämpfer“. Mit der Wahl von drei neuen Vorstandsmitgliedern im Juni verbindet sich die Hoffnung auf einen Neuanfang mit modernen Strukturen. Der ergänzte Vorstand unter dem Vorsitzenden Hans-Ulrich Konieczek kommt am 13. Juli
zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen, Aufgabenbereiche sollen verteilt werden, der Entwurf einer neuen Satzung wird vorbereitet. Der Stadtsporttag als höchstes Gremium soll das Papier noch in diesem Jahr verabschieden.

„Wichtig ist, dass klare Ordnungen und Strukturen mit Verantwortungsbereichen geschaffen werden“, fordert der Geschäftsführer. „Die Frankfurter Sportjugend ist Teil des SSB, darf sich aber nicht verselbständigen“, urteilt er. Und schiebt nach: „Ich will nicht nur Buchhalter des SSB als Bindeglied zwischen Stadtverwaltung und Vereinen sein.“ „Der Stadtsportbund muss den Vereinen nicht sagen, wie man Sport macht“, so seine Erkenntnis. „Wir haben die Vereine gut zu betreuen, wir müssen den Rahmen für guten Breitensport schaffen.“

Stolz darf er auch sein im Rückblick. Dazu gehören
u. a. eine Sportentwicklungskonzeption und die Sportlerehrung der Stadt. „Mit dem Frankfurter Sportmuseum und dem Hermann-Weingärtner-Preis haben wir wichtige historische Bausteine, aber sie stehen noch auf wackligen Füßen hinsichtlich der künftigen stabilen Finanzierung“, weiß Karafiat.

Gut findet er, dass sich der Fußball-Förderkreis direkt mit der Stadtverwaltung „kurzgeschlossen“ hat, inhaltliche Fragen der zukünftigen Entwicklung zu klären versucht. „Diese guten Ansätze wollen wir ähnlich wie bei den Volleyballern begleiten“, verspricht der Geschäftsführer, „und ein Wir-Gefühl wie jüngst beim Fußball-Fest des FC Union und des FFC Viktoria ohne Vereinslogo auf den Trikots entwickeln helfen“.

Die Hobby-Seite des Klaus-Peter Karafiat hat auch viel mit Sport zu tun. Neben den Bergwanderungen über acht bis
12 Stunden am Tag spult er mit dem Rad auch die 135 km bis Potsdam mit kurzen Pausen, aber mühelos runter. Für das andere Hobby, das Fotografieren, will er sich künftig etwas mehr Zeit nehmen. „Da bin ich noch ein Instinktknipser“, räumt er ein. Erst an den Ufern der Havel, jetzt an der Oder zu Hause, findet er „große Flüsse faszinierend“. Das Stadtfest „Bunter Hering“ am Wochenende mit Oderschwimmen, Studenten-Rudern und dem Heringszug sei immer wieder eine echte Herausforderung und mittlerweile ein Hingucker.

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