Finowfurt . Gegen Tabellennachbar TSG Lübbenau 63 II musste der Verbandsligist Finowfurter SV eine herbe 19:23-Heimniederlage hinnehmen. Sie war vermeidbar. Doch viele negative Randerscheinungen hatten spielentscheidenden Einfluss.
Viel hatten sich die Schorfheider nach der Pokal-Schlappe in Dahme vorgenommen. Schon der Auftakt war verheißungsvoll. 2:1; 4:3 - Finowfurt legte vor. Aber Lübbenau kam postwendend zum Ausgleich. Mitte der ersten Halbzeit schien sich Finowfurt absetzen zu können - 9:6.
Dann setzten gleich zwei negative Randerscheinungen ein. Die FSV-Männer vergaßen gut zehn Minuten das Torewerfen und die beiden Schiedsrichterinnen aus Ludwigsfelde griffen mit unverständlichen Entscheidungen in die Partie ein. Permanent wurde jeder Finowfurter Angriff unterbrochen und in die Gegenrichtung gelenkt. Statt Siebenmeter und Zeitstrafe gab es Stürmerfoul. Die schnelle Mitte wurde grundsätzlich verboten, weil die beiden anscheinend mit dem Schreiben nicht nachkamen, berichten die Schorfheider
Die eigentliche Krönung kam, als Finowfurt schon vier Zeitstrafen hatte und der Gegner jetzt auch eine bekam. Obwohl von der unmittelbar daneben stehenden Schiri-Dame angezeigt und ausgesprochen, der betreffende Spieler saß schon in der Straf-Box, eilte von der gegenüberliegenden Seite die Kollegin heran und meinte: "Da war alles in Ordnung. Du hast das falsch gesehen, hier lag keine Situation für eine Zeitstrafe vor."
Die Partie lief durch eine Fehlentscheidung nach der anderen völlig aus dem Ruder. Schließlich wurden beim 10:10 die Seiten gewechselt. FSV-Trainer Mario Pramer hatte große Mühe, das angespannte Nervenkostüm aller zu beruhigen. "Egal, was diese Damen pfeifen, wir müssen das wegstecken und uns nicht darauf konzentrieren".
Zwar erwischte zunächst Lübbenau den besseren Start in Halbzeit zwei, aber die Gastgeber machten aus einem 10:12 das 13:12. Finowfurt führte, aber nicht lange.
Strafzeit Nummer sechs und sieben folgten. Für die TSG aus Lübbenau gab es nach gut 40 Minuten noch immer gelb.
Selbst in Unterzahl vier gegen sechs hielten die Gastgeber noch das 17:18. Dann waren Mut und Nerven endgültig dahin. Egal was die Schorfheider taten, es lief nichts mehr zusammen. Den sehr defensiven 6:0-Deckungsriegel der Spreewälder zu knacken, wurde schwer und schwerer.
So sehr sich auch die Gastgeber mühten, mehr Torgefahr aus dem Rückraum zu erzeugen, es gelang nicht oder wurde trotz Torerfolg abgepfiffen. So ging die TSG mit 21:17 fünf Minuten vor Schluss in Führung und band dann den Sack zum 23:19-Sieg zu.
"Mit 19 geworfenen Toren daheim ist kein Spiel zu gewinnen. Aber zählt man noch 30 Minuten zu, als der FSV in Unterzahl agierte und sechs nicht gegebene Tore, dann ist man bei 25", sagte FSV-Geschäftsführer Hartmut Miersch. "Damit kann man gewinnen, aber nicht nach dieser Schirileistung", fügte er hinzu.
Er erklärte: "Wir sind offensichtlich betrogen worden. Im Namen des Vereins habe ich einen offiziellen Beschwerdebrief an den Schiedsrichterausschuss des Handball-Verbandes Brandenburg geschickt. Dieses Paar muss sehr gründlich beobachtet werden. Damit ist zwar uns nicht geholfen, aber anderen Mannschaften und Vereinen. Wir müssen jetzt in der nächsten Partie die richtige Antwort geben. Möglichst schon im nächsten Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen Belzig."
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