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Manja Wilde 22.07.2011 06:08 Uhr
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Falken mögen gemachte Nester

Schöneiche (moz) Turmfalken bauen selbst keine Nester, honorieren die vom Nabu bereitgestellten „Mietwohnungen“ in Schöneiche und Umgebung aber mit regelmäßigem Nachwuchs. In diesem Jahr brüteten fünf Pärchen in den sechs Schöneicher Nistkästen. Ein Pärchen kehrte nicht zurück.

  Optimale Nistmöglichkeit: 60 Zentimeter breit, 40 Zentimeter tief und 30 hoch mögen die Turmfalken ihre Nistkästen am liebsten. Heinz Müller demonstriert mit einem ausgestopften Vertreter der Gattung die Größenverhältnisse. © MOZ

Ein bisschen mehr Reinlichkeit würde sich Heinz Müller von seinen Sommergästen manchmal schon wünschen. „Die Turmfalken spucken unverdaute Nahrung in Form von Gewölle einfach wieder aus und lassen sie in ihren Nistkästen liegen“, sagt der Nabu-Kreisvorsitzende. Bis zu zehn Zentimeter dick könne diese Schicht über die Jahre werden. Der 74-Jährige Naturliebhaber schüttelt den Kopf. Er steht in der Garageneinfahrt seines Schöneicher Wohnhauses. Auf der Brüstung thronen verschiedene Nistkasten-Modelle. Die meisten davon würde Heinz Müller allerdings nie aufhängen. „Industriell gefertigte Kästen sind oft zu klein“, hat er festgestellt. Und so haben sich die Mitglieder des Naturschutzbundes darauf verlegt, die hölzernen Kästen selbst zu bauen.

50 bis 60 Zentimeter muss eine Falken-Wohnung breit sein, 40 Zentimeter tief und 30 hoch. „Wichtig ist eine große Öffnung“, betont Heinz Müller, damit der Wind die Feuchtigkeit aus dem Gewölle nehmen kann.

Genau 32 Nistkästen für Turmfalken haben die Mitglieder des Kreisverbandes insgesamt schon aufgehängt. Sie befinden sich zum Beispiel in Fürstenwalde, Erkner, Neu Zittau, Woltersdorf und Münchehofe. Seit 2006 sind daraus schon mehr als 130 Jungvögel ausgeflogen.

Weil Müller in Schöneiche zu Hause ist, kennt er sich dort am besten aus. Während die aktuellen Jungvogel-Zahlen für die anderen Orte noch ausstehen, hat er sie für Schöneiche selbst erfasst. Fünf Pärchen hat er in diesem Jahr registriert. Sie brüteten auf den Stahlgittermasten an der Jägerstraße und am Märchenwald, am Schornstein des Gartencenters Arnold, am Brennereischornstein neben der Kulturgießerei und auf dem Glockenturm der Dorfkirche. Lediglich der Kasten am Stahlgittermast beim Sportplatz blieb in diesem Jahr leer. „Wahrscheinlich ist das Paar in Afrika oder auf dem Weg dorthin umgekommen“, mutmaßt Heinz Müller. Ansonsten kehren Turmfalken stets ins gleiche Nest zurück. Zudem halten sie ihrem Partner ein Leben lang die Treue.

Im März kommen die Vögel aus dem Süden wieder. Es folgt die Balz. Im April legt das Weibchen Eier ab. Einen Monat sitzt es dann darauf. Das Männchen beschafft während dieser Zeit Nahrung. Dafür ist es auch zuständig, wenn die Jungen geschlüpft sind. Schlimm sei es, wenn das Weibchen während dieser Zeit verunglückt, etwa wenn es zum Koten ausfliegt, weiß Müller. Das Männchen legt dann zwar die Nahrung im Nest ab. Der Nachwuchs verhungere daneben trotzdem, weil er nur die von der Mutter zerkleinerten Tiere frisst. „Warum ist die Natur so festgelegt“, sagt Heinz Müller und schüttelt wieder den Kopf. Das ist noch so eine Sache, die er nicht versteht.

Schöneiche: Turmfalken-Nachwuchs aus den Nistkästen des Nabu:

2011: 10 (aus 6 Kästen)

2010: 18 (aus 6 Kästen)

2009: 19 (aus 6 Kästen)

2008: 24 (aus 6 Kästen)

2007: 10 (aus 5 Kästen)

2006: 10 (aus 3 Kästen)

Woltersdorf: Turmfalken-Nachwuchs aus den Nistkästen des Nabu:

2010: 6 (aus 2 Kästen)

2009: 4 (aus 1 Kasten)

2008: 1 (aus 1 Kasten)

Im Altkreis Fürstenwalde hat der Nabu 32 Nistkästen montiert, 15 davon kontrollierten die Mitglieder im Jahr 2010 und registrierte dabei 35 ausgeflogene Turmfalken-Kinder

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