Berlin . Führungskräfte der Berliner Polizei haben ihre Untergebenen nach Angaben von Polizeipräsident Dieter Glietsch mit zur Anschaffung umstrittener Quarzhandschuhe gedrängt. "Es gab Drohungen gegen die, die nicht mitmachten", sagte Glietsch am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Inzwischen gebe es auch Anzeigen wegen Körperverletzung im Amt und Nötigung von Mitarbeitern. Mit Quarzsand gefüllte Handschuhe schützen die Hände des Trägers, Schläge damit können aber schwere Verletzungen hervorrufen. Ob die bei der Polizei verbotenen Handschuhe tatsächlich benutzt und damit Menschen verletzt wurden, wird derzeit ermittelt.
Die Polizei hat Disziplinarverfahren gegen sieben Beamte der Direktion 4 (Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf) eingeleitet. "Der Vorwurf lautet, dass die Vorgesetzten gefordert haben, hart einzugreifen, unverhältnismäßig vorzugehen und dass solches Verhalten gedeckt wurde", sagte Glietsch. "Aus meiner Sicht ist der Sinn und Zweck darauf gerichtet, möglichst hart zuzuschlagen." Das widerspreche den Grundsätzen der Berliner Polizei.
Ans Licht kam die Angelegenheit durch die Beschwerde einer Polizistin. Bei einer Überprüfung stießen Ermittler dann in zwölf Taschen von Kollegen auf Quarzhandschuhe. Die sieben Beschuldigten wurden nach Glietschs Angaben vorübergehend in andere Direktionen versetzt und dürfen bis zum Abschluss der Ermittlungen keine Führungspositionen bekleiden.
(Zusammenfassung 0730) Innensenator: Doppelstrategie am 1. Mai bleibt Von Jutta Schütz, dpa (Mit Bild) Früher hat der CDU-Politiker Henkel den Polizeieinsatz... mehr
(Berichtigung: 3. Zl. Mittwoch statt Donnerstag) Gericht: Polizisten-Kennzeichnung rechtens (Mit Bild und Grafik) Die umstrittenen Namens- und Nummernschilder... mehr
Die Berliner Polizei plant nach dem Brandanschlag auf eine Polizeiwache keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen. „ Selbstverständlich muss man immer ... mehr
