Storkow . Die Stadt Storkow will jetzt unverzüglich etwas unternehmen, um die Rattenpopulation in der Innenstadt einzudämmen. Das teilte Bürgermeisterin Christina Gericke gestern als Resümee der Bürgerversammlung zu diesem Thema mit. "Wir werden am Mühlenfließ ganz konzentriert mit der Bekämpfung beginnen", so die Bürgermeisterin. In der nächsten Woche solle bei einer Begehung mit der von der Stadt beauftragten Schädlingsbekämpferin die entsprechende Strategie festgelegt werden. "Möglicherweise wird an den Böschungen des Fließes, wo sehr viele Ratten ihre Nester haben, eine Begasung vorgenommen, an anderen Stellen reicht es eventuell, Köder auszulegen", kündigte Christina Gericke an und fügte hinzu: "Die Bürger werden auf jeden Fall vorher über diese Maßnahmen informiert." Außerdem werde das Ordnungsamt noch einmal das Gespräch mit der Markt-Leitung von Norma suchen, um darauf hinzuwirken, dass die Abfallbehälter an diesem direkt am Mühlenfließ gelegenen Einkaufsmarkt auch wirklich jeden Abend geleert werden.
In den letzten Monaten sind in der Stadtverwaltung und im Gesundheitsamt zahlreiche Beschwerden von Bürgern eingegangen, die eine Belästigung durch die zunehmende Rattenpopulation im Bereich des Marktes, der Altstadt und der Kirchstraße beklagten. Bisherrige Einzelmaßnahmen, hatten zu keiner wesentlichen Besserung geführt. Am Dienstagabend gab es deshalb eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema im Rathaus, zu der Anwohner der betroffenen Straßen eingeladen worden waren. Katrin Kranich, die Schädlingsbekämpferin, die für die Stadt im Einsatz ist, appellierte, dieses Thema sehr ernst zu nehmen, denn Ratten seien Überträger gefährlicher Krankheiten. "Diese Nager wandern immer dorthin, wo sie ideale Bedingungen vorfinden. Das sind Wasser, Nahrungsangebot und ein ungestörter Unterschlupf", erklärte sie. Genau da müsse bei der Bekämpfung angesetzt werden.
Etwa 50 Anwohner aus der Innenstadt waren der Einladung zu der Veranstaltung gefolgt. Sie bestätigten mit ihren Beobachtungen, dass sich die Ratten vor allem auf den unbewohnten, teils verwilderten Grundstücken in der Innenstadt und am Mühlenfließ aufhalten. Dort solle es sogar einen Bürger geben, der die Ratten auch noch füttern würde.
"Wir müssen jetzt flächendeckend arbeiten, um das Problem in den Griff zu bekommen", konstatierte die Vertreterin des Gesundheitsamtes Christine Pochanke. Es habe keinen Sinn, sich immer wieder einzelne Grundstücke rauszusuchen. "Ich hoffe sehr, dass die Einsicht kommt, dass jeder bereit ist mitzuarbeiten, damit es nicht zu Ordnungsmaßnahmen kommen muss", betonte sie und wies zugleich darauf hin: "Die Bürger haben das Recht, sich ihre eigenen Schädlingsbekämpfer zu suchen."
Auf der Anliegerversammlung wurde zudem angeregt, eine sogenannte Sichtkartei über die Ratten zu führen, um die gezielte Bekämpfung zu erleichtern. Bürger werden gebeten, immer wenn sie Ratten bemerken, dies mit Ort, Zeit und Anzahl beim Ordnungsamt zu melden. In der Stadtverwaltung ist auch ein Faltblatt erhältlich, das Hinweise dazu enthält, was jeder einzelne Bürger sofort tun kann, um den Ratten nicht noch zusätzlich "den Tisch zu decken".
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Sie sind zäh, schlau und gefährlich. Im historischen Stadtkern von Storkow flitzen die Ratten, sehr zum Ärger der Bürger, sogar tagsüber herum. ... mehr

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