Tantow (moz) Das Amt Gartz arbeitet in diesem Jahr erstmals mit einem doppischen Haushalt. Die Gemeinden ziehen nach. Als Tantow über seine Haushaltssatzung 2011 beriet, war die Debatte ums liebe Geld von Ärger überschattet. Die Bürger fühlen sich ungerecht behandelt.
Die gute Nachricht vorweg: Die Gemeinde muss in diesem Jahr keine Schulden machen. Sie kann noch von ihren Rücklagen zehren. Während die Stadt Gartz, Casekow und Hohenselchow-Groß Pinnow 2011 mit einem Haushaltssicherungskonzept arbeiten, ist der Tantower Haushalt ausgeglichen.
Doch das seit der letzten Kommunalwahl mühsam Ersparte ist mit dem neuen Haushalt dramatisch geschrumpft. Die Schuld dafür sieht Bürgermeister Andreas Meincke in der Einführung der Doppik. „Außerdem werden rund 50 000 Euro Rücklagen durch geringere Zuweisungen des Landes und durch die Erhöhung der Kreisumlage aufgezehrt“, rechnet der Bürgermeister vor.
Im vergangenen Jahr erhielt Tantow 30 000 Euro weniger Landeszuweisungen als 2009. In diesem Jahr fließen rund 8000 Euro weniger vom Land. „Tantow ist ein trauriges Beispiel dafür, dass trotz gleichbleibender Einwohnerzahl die Schlüsselzuweisungen sinken“, bedauert Amtsdirektor Frank Gotzmann und meint dennoch anerkennend: „Angesichts dieser Fakten finden wir es als Verwaltung sehr gut, dass sich Tantow um einen ausgeglichenen Haushalt bemüht.“ Die Gemeindevertreter sind empört, dass Städte und Gemeinden mit doppischem Haushalt wirtschaften müssen, Bund und Land davon aber ausgenommen sind. Die Tantower sprechen von Ungleichbehandlung. Die Amtsverwaltung Gartz bestätigt: „Die Entscheidung, dass Bund und Land sich der doppischen Haushaltsführung anschließen, steht noch aus.“
Investieren kann Tantow in diesem Jahr nur an der Kindertagesstätte. Dort sollen für den Krippenbereich die Toiletten erneuert werden. Vielleicht reicht das Geld noch für Restarbeiten in der Küche. Dann wäre die Kita „Abenteuerland“ in Tantow im Großen und Ganzen saniert. Die Arbeiten dafür haben sich über mehrere Jahre hingezogen.
Jedoch mahnt Dietrich Stein, Vorsitzender im Bauausschuss der Gemeindevertretung, an: „Wir müssen auch die Regenentwässerung an der Kita machen. Die Fallrohre führen ins Erdreich, und keiner weiß, wohin. Schon jetzt stellen wir im Gebäude aufsteigende Nässe fest.“ Dietrich Stein fordert eine Bauzustandsanalyse für all jene Gebäude, die sich wie der Kindergarten im Eigentum der Gemeinde befinden. So könne man vorausschauend planen und sanieren. Zähneknirschend muss aber auch Stein einräumen, dass das Geld für Gebäudeanalysen nicht vorhanden ist.
Die Gemeindevertreter wählten außerdem Silke Natter als neues Mitglied in den Bauausschuss. Der Sitz im Ausschuss war frei, weil ein Mitglied aus Tantow weggezogen ist.
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