Landkreis Barnim . Einen Weihnachtsbaum kaufen - das kann ja jeder. Längst haben aber die Barnimer entdeckt, dass es viel mehr Spaß macht, das edle Gewächs selber zu schlagen. Die Oberförstereien erwarten an den nächsten Wochenenden wieder einen Ansturm an Menschen, die sich ihren Baum selber absägen wollen.
In diesem Jahr ist das Angebot der Landesforstverwaltung an Weihnachtsbäumen leicht rückläufig, erklärte der Brandenburgische Forstminister Dietmar Woidke. Ursachen dafür liegen unter anderem im Waldumbau. Barnimer müssen sich jedoch keine Sorgen machen, es gibt auch in diesem Jahr einige Angebote, wie man zum Weihnachtsbaum kommt.
Wie in den Vorjahren steht die Bereitstellung der Weihnachtsbäume im Zeichen der Kampagne "Waldwirtschaft - aber natürlich". Mit der Abkehr von der Kahlschlagwirtschaft werden einförmige gleichaltrige Kulturen kaum noch angelegt - der Wald soll sich unter dem schützenden Dach der Altbäume durch Selbstaussaat natürlich verjüngen. Dafür gibt es die Weihnachtsbäume - eben in kleineren Mengen - aus Naturverjüngungen. Bei ihnen ist nicht jeder Ast gerade, dafür aber stammen sie aus dem Brandenburger Wald vom Förster, sind frisch und bedienen all jene, die mit dem Weihnachtsbaum auch das Erlebnis eines vorweihnachtlichen Ausflugs in den Wald verbinden. Oft gibt es für die Besucher Zusatzangebote wie Lagerfeuer, heißen Tee, Kaffee, Glühwein und den Verkauf von Wildfleisch. Häufig wird auch Kamin- und Brennholz angeboten. In jedem Fall können sich die Waldbesucher von den Forstfachleuten vor Ort fachkundig beraten lassen.
Übrigens: Wer das Geld für den Weihnachtsbaum sparen will und ohne Wissen des Waldbesitzers eine Baum schlägt, macht sich strafbar.
Im letzten Jahr hatten Kiefern und Schwarzkiefern mit rund der Hälfte den größten Anteil am Verkaufsangebot, gefolgt von Fichte und Douglasie mit zirka 30 Prozent. Die Stechfichte war mit 12 Prozent vertreten und sonstige Nadelbäume, wie zum Beispiel Tannen, mit rund acht Prozent. Die Baumartenverteilung der privaten und staatlichen Weihnachtsbaum-Angebote in diesem Jahr wird grundsätzlich ähnlich sein, schätzt das Forstministerium ein.
Der Verkauf von knapp 30000 Weihnachtsbäumen und 50 Tonnen Schmuckreisig erbrachte im vergangenen Jahr in Brandenburg einen Erlös von zirka 200 000 Euro. Diese Summe floss als Einnahme in das Budget der Landesforstverwaltung ein.
In diesem Jahr werden in erster Linie Kiefern, Schwarzkiefern, Fichten und Douglasien verkauft. Die Preise schwanken je nach Baumart und Größe und sind regional unterschiedlich.
Die Landesforstverwaltung gibt aber folgende Richtwerte für einen Meter Weihnachtsbaum an:
Kiefer oder Schwarzkiefer sollten zwischen 4,50 und 6,50 Euro kosten. Fichte oder Douglasie liegen bei 6 bis 7,50 Euro. Für Stechfichte oder Küstentanne müssen 7 bis 8 Euro bezahlt werden. Bei Schmuckreisig sind pro Bund zu bezahlen: Weymouthskiefer oder Douglasie etwa 3,50 Euro, Fichte gibt es für rund 3 Euro.
Im Barnim können an folgenden Stellen Weihnachtsbäume geschlagen werden:
Ab sofort bis 24. Dezember täglich:
Tannen-Gesche in Danewitz:Dorfstraße 48, Tel: 03337 3346 (alle Baumarten außer Kiefer). Am 13./14. Dezember und am 20./21. Dezember gibt es außerdem Kuchen aus dem Feldsteinbackofen, Schmalzstullen, Bratwurst und Leckeres aus der Gulaschkanone. Am 24. Dezember läuft der Verkauf bis 12 Uhr.
Ab sofort bis 23 Dezember täglich:
Forstbetriebsgemeinschaft Barnimer Heide: Danewitz, Dorfstraße 67 (Blaufichte). An den Wochenenden mit Glühwein-Ausschank. Um telefonische Voranmeldung wird gebeten bei Herrn Voigt, Tel.: 0162 2446731
Ab sofort bis 22. Dezember: Bauer Nietsch in Tiefensee, Adolf-Reichwein-Straße 23A, Tel.: 033398 94948, täglich ab 10 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, (Blautanne, Serbische Fichte, Rotfichte, Kiefer, Douglasie). Die Bäume sind ohne Pflanzenschutzmittel aufgewachsen. Im Angebot sind Glühwein, Kinderpunsch, Erbsensuppe, Wildgulasch, Bratwurst und Bockwurst. Dazu gibt es Nüsse, Holzschmuck und Weihnachtliches.
13. Dezember:
Oberförsterei Bernau,Revier Liepnitz, Waldsiedlung (auf der Verbindungsstraße zwischen Bernau und Wandlitz ist am Kreisverkehr die Oberförsterei ausgeschildert), von 9 bis 15.30 Uhr (ca. 250 Fichten und 150 Kiefern), Ansprechpartner ist Herr Reinhardt, Tel.: 0162 2446687. Es gibt Bratwurst, Glühwein, Wildwurst, und Wildschwein, gebacken mit Sauerkraut, sowie Lagerfeuer.
Försterei Gorin,Am Gasthaus zum Gorinsee, Bernauer Damm 11, Schönwalde (Kiefern). Es gibt Glühwein am Lagerfeuer und ein Programm für Kinder und Wildverkauf.
20. Dezember:
Forstamt Pankow, Revier Albertshof, Richtung Tempelfelde, Ausschilderung beachten, Tel.: 03338 706999, Fichte und Kiefer, 9 bis 14 Uhr
Melchow:Verein Naturparkbahnhof Melchow lädt zum Adventsmarkt mit Weihnachtsbaumschlagen ein. Mit dem Förster geht es um 14 Uhr "in die Bäume", dazu gibt es Wildschwein vom Grill am Bahnhof Melchow.
Zu allen Terminen müssen die Käufer Handschuhe und eine Säge mitbringen. Übrigens fällt der Verkauf der Oberförsterei Bernau in Basdorf an der Verlängerung der Summter Straße in diesem Jahr aus, so der zuständige Förster.
Mit dem Fällen einer Tanne hat Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Freitag in Neuseddin (Potsdam-Mittelmark) die Brandenburger Weihnachtsbaumsaison... mehr
Am 3. Adventssonntag war es wieder soweit. Hunderte Gäste strömten gen Melchow, um ganz in Familie einen frischen Weihnachtsbaum zu schlagen und dazu... mehr
Förster bietet Baumsuche bei Gottesgabe an Er kennt den Unterschied zwischen Tanne und Fichte. Hans-Dieter Moczia rupft ein paar Nadeln aus dem Zweig... mehr
