Berlin . Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) steht zu dem jüngst in die Kritik geratenen Intendanten der Volksbühne, Frank Castorf. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass Castorf ein guter Intendant für das Haus ist", sagte Wowereit, der seit Herbst 2006 auch das Kulturressort verantwortet. Offen ließ Wowereit dagegen die Zukunft der ebenfalls umstrittenen Intendantin der Deutschen Oper, Kirsten Harms.
"Über Personalentscheidungen unterhält sich der Stiftungsrat", sagte der amtierende Kultursenator auf die Frage, ob der Vertrag von Harms über 2011 hinaus verlängert werde. Da diese Frage bisher nicht angestanden habe, "ist noch keine Entscheidung getroffen worden". Harms war immer wieder wegen der umstrittenen Auswahl von Gastregisseuren und eigenen Inszenierungen an der Deutschen Oper kritisiert worden.
Er sehe keine Situation an der Volksbühne im Osten Berlins, die personelle Veränderungen notwendig mache. "Ich habe Vertrauen in die Intendanz von Herrn Castorf", sagte Wowereit. Er verwies zudem auf den Vertrag des Intendanten, der noch bis 2013 laufe. In den vergangenen Wochen hatten verschiedene Medien von einer künstlerischen Krise verbunden mit einem deutlichen Zuschauerrückgang an der Volksbühne geschrieben. Dem 57-jährigen Castorf, der die Volksbühne seit 1992 leitet, war Konzeptlosigkeit und Stagnation seines auf Provokation angelegten Regiekonzepts vorgeworfen worden.
Eine Personalie hatte Wowereit am vergangenen Montag geklärt: Der Regisseur Jürgen Flimm wird neuer Intendant der Staatsoper Unter den Linden. Er folgt Peter Mussbach, der die Oper im Mai dieses Jahres nach monatelangen Querelen mit Generalmusikdirektor Daniel Barenboim vorzeitig verließ.
Wowereit bekräftigte, dass der Senat am Schillertheater als Ausweichspielstätte für die Staatsoper festhält. Die marode Oper soll von 2010 bis 2013 für mehr als 200 Millionen Euro saniert werden und in der Zeit im 1993 geschlossenen Schillertheater in Charlottenburg residieren. Anfang des Jahres beginne der Umbau des Schillertheaters als Zwischennutzungs-Spielstätte der Staatsoper. Das für rund 23 Millionen Euro umgebaute Schillertheater bietet sich nach Ansicht Wowereits nach 2013 auch als Ausweichstätte für die Komische Oper an. "Wir haben noch eine weitere Großbaustelle, die Sanierung der Komischen Oper." Dafür seien 80 Millionen Euro bereits beschlossen. Was danach mit dem Schillertheater passiere, sei noch offen, sagte der Regierende Bürgermeister. Er sei überzeugt, dass für das Schillertheater "eine attraktive Nachnutzung" gefunden werden.
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