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Die Tage der Glühbirne sind gezählt

Seelow . Um gutes Licht in Wohnungen, Geschäftsräume oder Einrichtungen zu haben, wird man künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Im September tritt das Verbot für den Verkauf der ersten Kategorie Glühlampen in Kraft. Die bisher übliche 100-Watt-Glühbirne wird es nicht mehr geben. Die EU hat einen Stufenplan zum Ersatz sämtlicher Glühbirnen durchgesetzt, um Energie zu sparen. Die neuen Glühbirnen sind dafür um ein Vielfaches teurer.

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Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine ganz normale Glühbirne. Doch was Gudrun Lange in den Händen hält, ist der Prototyp der Glühbirnen, die es bald nur noch geben soll. Statt Glühstab hat sie einen Halogenstift. "Diese neue Glühbirne verbraucht etwa 30 Prozent weniger Energie", so die Geschäftsfrau, die in Seelow ein Lampen-Fachgeschäft unterhält. Noch stehen in ihren Regalen ganze Batterien diverser Glühlampen. "Der Markt ist riesig. Es gibt bestimmt mehr als 300 verschiedene Sorten", sagt sie.

Seit einiger Zeit weist sie in ihrem Geschäft auf die von der EU geforderte Umstellung der Glühbirnensortimente hin. Als erstes kommt ab September die 100-Watt-Glühbirne vom Markt. Ein Jahr später folgt die 75-Watt-Birne, dann die 60-Watt-Birne. Bis 2016 soll es gar keine herkömmlichen Glühbirnen mehr geben. Mit der Umstellung auf Energiesparlampen ändern sich auch die bekannten Watt-Kennziffern. Eine Energiesparbirne mit 42 Watt hat die Leuchtkraft der heutigen 60-Watt-Birne.

Allerdings verschweigt Gudrun Lange auch nicht, dass dieser Wechsel für den Verbraucher teuer wird. Denn: Eine 60-Watt-Glühbirne kostet heute 70 bis 90 Cent. Die neue Energiesparbirne liegt preislich bei etwa 3,90 Euro. Es wird zwar ein Dauerbetrieb von zwei Jahren garantiert, doch durch den Anschaltmechanismus ist die neue Glühbirne auch viel anfälliger. Würde man die Lichtquelle ständig anlassen, hielten die Sparlampen länger. Doch dann wäre natürlich der Energieeinspar- effekt zunichte.

"Wie die schon bekannten Energiesparlampen sind auch die neuen Glühbirnen träge, brauchen eine Weile, ehe sie die volle Leuchtkraft entfalten", erklärt Gudrun Lange. Viele Verbraucher, die auf Energiesparlampen setzen, kennen diesen Nebeneffekt. Seit gut zehn Jahren gibt es die unterschiedlichsten Formen. Sie wurden immer wieder verändert und verbessert. So gibt es heute die typische Drei-Rohr-Technik auch schon in Glühbirnenform, so dass die Stäbe nicht so augenscheinlich sind. Natürlich haben alle diese Produkte schon jetzt ihren Preis. Deshalb hat die gute alte Glühbirne bis heute ihren Platz bei den meisten Verbrauchern.

Noch sieht die Seelower Geschäftsfrau das geplante Komplett-Verbot der Glühbirnen skeptisch. Ein Punkt sei die Entsorgung. Glühbirnen werden durch den Halogenstift, der Quecksilber enthält, zu Sondermüll. Es scheine illusorisch, dass jeder Bürger ihn auch als solchen entsorgt. Für die neuen Birnen spricht freilich, dass nach Berechnungen des Öko-Instituts pro Kilowattstunde 14,7 Mikrogramm Quecksilber freigesetzt werden. Die vermiedenen Quecksilberemissionen durch Stromeinsparung sind damit größer als der gesamte Quecksilbergehalt der Energiesparlampen.

Für manche Einsatzfelder sieht Gudrun Lange allerdings auch Nachteile. Beispiel Adventsbeleuchtung: "In den Herrenhuter Sternen macht sich die neue Energiesparbirne ganz schlecht. Denn sie strahlt nur in eine Richtung. Das heißt, der Stern wird nicht mehr so schön voll ausgeleuchtet", hat sie festgestellt. Für sie steht fest, dass sie sich für ihren persönlichen Bedarf bevorraten wird.

Die Glühlampe, umgangssprachlich auch Glühbirne genannt, ist eine künstliche Lichtquell e , in der ein elektrischer Leite r durch elektrischen Stro m aufgeheizt und dadurch zum Leuchten angeregt wird. Die weit verbreitete Bauform der Glühlampe mit Schraubsockel wird fachsprachlich als Allgebrauchslampe bezeichnet.

Thomas Alva Ediso n verbesserte die Glühlampe und erhielt am 27. Januar 1880 das Basispatent für seine Entwicklungen in den USA. Seine Glühlampe bestand aus einem evakuierten Glaskolben mit einem Kohleglühfaden aus verkohlten Bambusfasern. Zahlreiche Verbesserungen insbesondere bei der Präzisionsherstellung des Glühfadens führten zu Glühlampen, mit denen Edison den Wettbewerb gegen die damals üblichen Gaslampen erfolgreich aufnahm.

Die erste deutsche Glühlampe soll 1883 in Stützerbac h ( Thüringe n ) hergestellt worden sein. Diesbezügliche Quellen stehen allerdings im Widerspruch zur älteren Glühlampe von C. H. F. Müller.

Seit 2005 wird der Verkauf von Glühlampen in einigen Ländern verboten bzw. es werden Verbote geplant, um Energie zu sparen. In der Regel ist beabsichtigt dass Glühlampen durch Kompaktleuchtstofflampe n ("Energiesparlampen") ersetzt werden.

Australien kündigte als erster Staat 2007 an, ab 2010 herkömmliche Glühlampen zu verbieten. Irland verbietet seit Januar 2009 den Verkauf. Der erste Verbotsschritt in Deutschland ab September betrifft auch Halogenlampen.

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