Beeskow . Mit zwei Ausstellungen bedeutender Künstler will die Burg Beeskow im ersten Halbjahr punkten: Gerhard Altenbourg (1926-1989) und Max Schwimmer (1895-1960). Ab dem 31. Januar bzw. 21. Februaruar sind die beiden bedeutenden Künstler mit Grafiken bzw. ausgewählten Werken zu sehen. Da beide Künstler aus der Leipziger Ecke stammen (siehe Kasten), erhofft sich Burgchef Tilman Schladebach viel Besuch aus Sachsen, aber auch aus der Berliner Szene. "Die Vorbereitungen waren und sind sehr aufwändig, aber für uns ist es wichtig, diese überregionale Ausstrahlung fortzusetzen", betont der Leiter des Bildungs-, Kultur- und Musikschulzentrums.
Nicht zuletzt wird zu den großen Höhepunkten auf der Burg wieder "Oper Oder Spree" gehören, mit dem Liederabend und der Operngala. In diesem Jahr wird das berühmte Mozart-Werk "Don Giovanni" zu erleben sein, mit seinen Spielorten Neuzelle, Frankfurt und Beeskow. Vor zwei Wochen haben etwa 40 Bewerber für die sieben Rollen vorgesungen. Rund 178 000 Euro soll die gesamte Oper Oder-Spree kosten. Ein Drittel wird laut Schladebach aus öffentlichen Mitteln (Land und Kreis) finanziert, ein Drittel kommt von Sponsoren, der Rest aus Einnahmen.
Neu ist eine Reihe, die die Musikschullehrer stärker ins Auge rückt: "Musikschullehrer stellen sich vor" heißt es ab dem zweiten Quartal. "Das sind Potenzen in unserem Kreis, die wir einfach nutzen möchten. Sie treten auf in Berlin, gehen auf Konzertreisen, wir wollen ihnen auch bei uns ein Podium bieten", sagt Schladebach - auch vor dem Hintergrund, dass Musikschullehrer immer weniger Chancen haben, fest angestellt zu werden, nur noch als Honorarkräfte arbeiten. In den vier Musikschulen des Kreises Oder-Spree arbeiten noch 21 Festangestellte, aber bereits 80 Honorarkräfte. Die Festangestellten geben allerdings fast die Hälfte aller Stunden, berichtet Schladebach kürzlich während einer Pressekonferenz zu "Jugend musiziert". Hinzu kommt, dass sich die Musikschulen des Kreises einer großen Herausforderung gestellt haben und eine Kinderoper gemeinsam mit dem Kammerorchester Fürstenwalde unter Leitung von Alexej Ilenko produzieren. Der Titel: "Der Wolf und die sieben jungen Geißlein". Die Oper soll zu den Landesmusikschultagen Mitte Juli in Fürstenwalde aufgeführt werden, aber auch auf der Burg Beeskow zu sehen sein. "Ob wir es für Eisenhüttenstadt schaffen, ist noch unklar", so Schladebach. Theater gibt es auch wieder auf den drei Streleburgen - Beeskow, Friedland und Storkow. Auf einer Pressekonferenz am 26. Januar gibt es mehr Informationen.
Wiederbelebt wird die Vortragsreihe mit Vertretern der Frankfurter Viadrina. Im Januar fand bereits ein Abend über das Ketzertum im Mittelalter statt. Zurzeit läuft eine Ausstellung von Schülern der Grundschule 1. Wie auch andere "Kulturmacher" der Stadt findet Schladebach, dass die Schulen viel mehr in das kulturelle öffentliche Leben einbezogen werden müssten. "Das gelingt mal besser, mal schlechter", sagt Schladebach und würdigt in diesem Zusammenhang die Mitarbeit der beiden Beeskower Oberschulen an der Ausstellung zum jüdischen Leben im vergangenen Jahr. Fortgeführt werden sollen die Kinoabende mit Filmklassikern, auch ein Tango-Abend mit Werkstattcharakter ist geplant.
Osterspektakel und Räuberfest sind ohnehin ein Muss, weil sie Massen in die Kreisstadt bringen..
"Kalendarisch sind wir schon ausgebucht", sagt Schladebach und hofft auf mehr Besucher als 2008. "Der Rückgang hat mit der monatelangen Vollsperrung der Spreebrücke zu tun." Es dürfe auf keinen Fall passieren, dass genau zu Ostern die Restarbeiten erledigt würden, wo noch einmal eine kurze Vollsperrung angekündigt wurde, so der Burg-Chef. Die Burg lebt zwar auch von kreislichen und städtischen Zuschüssen - etwa 360 000 Euro - ist aber auch auf jeden Einnahme-Euro angewiesen.
Gerhard Altenbourg (1926-1989)
Gerhard Altenbourg (1926-1989) ist einer der bedeutendsten deutschen Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Von 1948 bis 1959 studierte er an der Hochschule für Baukunst und bildende Künste in Weimar. Sein Lebensmittelpunkt wurde Altenburg in Thüringen, was den als Gerhard Ströch Geborenen bewog, den Künstlernamen Altenbourg anzunehmen. Altenbourg sah sich in der Tradition des Weimarer Bauhauses, der sozialistische Realismus tangierte ihn nicht. Mit Auszeichnungen bedacht wurde er nur im westlichen Ausland, erst später gab es auch im Osten Ausstellungen. Er hinterließ 3000 Zeichnungen und Gemälde, 1400 Grafiken, 80 Plastiken und 14 Bücher. Altenbourg starb 1989 nach einem Verkehrsunfall.
Den Nachlass des Malers und Grafikers Max Schwimmer (1895-1960) besitzt die Leipziger Stadtbibliothek. Schwimmer wurde als Sohn eines Fabrikbuchbinders in Leipzig geboren, er war zunächst Lehrer, studierte dann an der Universität und war zugleich künstlerisch tätig. 1933 von den Nationalsozilisten aus dem Lehramt entlassen, erhielt er nach 1945 eine Berufung als Dozent, diesmal als Professor an die Leipziger Staatliche Akademie für Grafische Künste und Buchgewerbe. 1951 wechselte Schwimmer als neuer Leiter der Abteilung Grafik an die Dresdner Hochschule für Bildende Künste.
Max Schwimmer zählt als expressiver Realist zu den bedeutenden Malern Sachsens aus dem vergangenen Jahrhundert.
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
1
2
3
4
5
6
7
8
9
20
Für die Lange Nacht am Sonnabend in Beeskow gibt es tolle Ideen: Bei Kirsten Werther, Inhaberin des Reisebüros in der Breiten Straße 14, dreht sich... mehr
Das 500-jährige Jubiläum von St. Marien hat die Kirche und die Kommune näher zusammenrücken lassen. Das machte am Mittwochabend eindrucksvoll die... mehr
Voller Energie starteten die Fußball-D-Junioren des SV Preußen Beeskow in die Kreisliga-Punktspielserie 2011/2012. Sie siegten beim Neuzeller SV klar... mehr
