Cottbus/Potsdam . Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat die geplante märkische "Energiestrategie 2020" als Weg zu mehr Energieeffizienz bezeichnet. Das Land wolle damit die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben und zugleich die Umweltverträglichkeit der Energieerzeugung herstellen, sagte Junghanns am Donnerstag in Cottbus. Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch müssten aber entkoppelt werden, meine Junghanns bei einer außerordentlichen Sitzung des Braunkohlenausschusses Brandenburgs. Dort stellte er die Eckpunkte der Strategie vor. Die Landesregierung hatte das Papier im vergangenen Dezember beschlossen.
Das von Vattenfall Europe betriebene Braunkohlekraftwerk Jõnschwalde (Spree-Nei▀e) zõhlt laut World Wide Fund for Nature (WWF) st÷▀t gro▀e Mengen Kohlendioxid aus. Foto: dpa
"Wir brauchen auch künftig die Braunkohle im Energiemix", bekräftigte Junghanns. Allerdings werde der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 um mehr als das Dreifache auf 20 Prozent erhöht. Es gehe vor allem um Windenergie, Biomasse sowie Solar- und Geothermie. "Bis 2020 sollen außerdem die energiebedingten CO2-Emissionen im Land gegenüber 1990 um 40 Prozent gesenkt werden", erläuterte er. Dabei setze man auf die entsprechende CCS-Technologie, die künftig in einer Pilotanlage Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) erprobt werden soll. "Wir haben ein vitales Interesse daran, dass es beim Abtrennen und Speichern von Kohlendioxid ein europaweit abgestimmtes Vorgehen gibt", sagte Junghanns.
Er reagierte damit auch auf Kritik von Ausschussvertretern der Grünen Liga Brandenburg und des Umweltverbandes Nabu. Diese hatten wie zuvor Bündnis 90/Die Grünen und Umweltverband BUND das Festhalten der Landesregierung an der Braunkohleverstromung kritisiert sowie Zweifel an der Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit der CCS- Technologie geäußert. Die Ausschussvertreterin der Linke-Partei aus dem Spree-Neiße-Kreis warf Junghanns vor, das Land halte gegen den Willen einer großen Mehrheit der Brandenburger an einer ineffizienten Stromerzeugung aus Braunkohle fest. Dagegen stellte sich die Vertreterin der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie in der Debatte hinter das Eckpunktepapier der Landesregierung.
Nach den Vorgaben der EU müsste der gesamte CO2-Ausstoß in Brandenburg bis 2020 unter 50 Millionen Tonnen gesenkt werden, sagte der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel laut einer Mitteilung. Dem Eckpunktepapier von Junghanns zufolge falle der Jahresausstoß von CO2 bis 2020 nur auf 54,6 Millionen Tonnen. Dieses Ziel sollte ursprünglich schon 2010 erreicht werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) wies darauf hin, dass die CCS- Technologie nach Aussagen der Industrie nicht vor 2020 zur Verfügung steht.
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