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08.02.2008 07:52 Uhr

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Ein ganzes Stadion voller Körner

. "Im Oderbruch wird nicht mehr Getreide wachsen. Die Lagerkapazität erhöht wird damit nicht." Für Matthias Krispin, Geschäftsführer der zur Sauter-Gruppe gehörenden Märka GmbH in Zörbig, liegt die Notwendigkeit der Zwölf-Millionen-Euro-Investition in der Pflicht zur gesunden Lagerung und Aufbereitung des Getreides. Die bisherigen Lager erfüllen die Anforderungen des Verbraucherschutzes künftig nicht mehr. Entsprechend werden nicht nur die 72 Golzower 130-Tonnen-Silos außer Dienst gestellt, die noch aus den 70er Jahren stammen, sondern auch die 18 in der Wendezeit gebauten 700-Tonnen-Silos sowie weitere an anderen Standorten. Auf dem Areal zwischen den Silo-Anlagen soll möglichst noch in diesem Jahr der Betonkoloss gebaut werden: Mit 80 mal 162 Metern so groß wie ein Fußball-Stadion, mit 20 Metern Höhe so hoch wie die großen Silos. An der westlichen Stirnseite, also in Front zum Kleinbahndamm, wird ein 32 Meter hoher Annahme-Turm errichtet. Ein so hohes Gebäude hatte Golzow lediglich mit dem im Krieg zerstörten Kirchturm.

  Kurz vor der Fertigstellung: Auf dem Gewerbegebiet von Niemegk (Flõming) hat Mõrka bereits eine solche Riesenhalle gebaut, wie sie jetzt auch f³r Golzow geplant ist. ©

Ein baugleiches Lager hat Märka bereits in Niemegk errichtet. Dort ist der Annahmeturm, der nachts vom Schriftzug "Märka" beleuchtet wird, weithin zu sehen. Von dem etwa einen Hektar großen Hallendach aus hat man einen weiten Blick in den Fläming. Diese Halle, die in dieser Erntesaison erstmals bestückt werden soll, ist in sechs Becken unterteilt, in die das Getreide mit Förderbandanlagen bis zu zehn beziehungsweise zwölf Meter hoch geschüttet und belüftet wird. Im Annahmeturm sind Funkenüberwachungs- und Löschanlagen installiert.

Angesichts dieser Dimension und der zu erwartenden Auswirkungen auf Natur, Dorf und Umwelt ist ein umfangreicheres Planungsverfahren erforderlich. Damit wurde vom Investor das Seelower Büro Pro 3 beauftragt. Planer Ralf Meier erläuterte den Gemeindevertretern das Prozedere. Nach dem Aufstellungsbeschluss der Gemeindevertreter wird der vorhabenbezogene Bebaungsplan so weit konkretisiert, dass er öffentlich ausgelegt werden kann. Die Bürger und darauf auch die Vertreter öffentlicher Belange haben die Möglichkeit, Hinweise zu geben, die von den Gemeindevertretern abgewogen werden. "Die Gemeinde hat hier ein recht deutliches Mitspracherecht", versichert Meier.

Bürgermeister Klaus-Dieter Lehmann wie auch Andreas Kluge und andere Gemeindevertreter betonten, dass sie die Investition in Golzow begrüßten. Allerdings müsse der Investor Aussagen machen, wie der Lieferverkehr organisiert werden soll. Nach den bisherigen Lageskizzen ist es vorgesehen, dass die Belieferung wie bislang über den mit Betonplatten belegten Kleinbahndamm erfolgen soll. Möglicherweise wird auch die Genschmarer Straße einbezogen. Die Gemeindevertreter wollen möglichst erreichen, dass die Zufahrtsstraßen im Zuge des Bauvorhabens so ertüchtigt werden, dass sie die zu erwartende Lasten auch aufnehmen können. Insgesamt werden in der Erntezeit rund 90 000 Tonnen Getreide angeliefert. Das sind rund 4500 Lkw mit 20 Tonnen. Rund 50 000 Tonnen davon kommen von weiter entfernteren Betrieben, der Rest aus dem Oderbruch. Kontinuierlich werden diese Mengen dann bis zur nächsten Erntesaison auch wieder weggefahren. Erhöhte Anforderungen wird die Speicherhalle auch an die Ver- und Entsorgung mit Wasser, Strom und Gas mit sich bringen. Mit zusätzlichen Arbeitsplätzen rechnet die Gemeinde nicht. Wahrscheinlich reichen vier Mann zur Betrieb aus.

Zum Terminplan erklärte Ralf Meier lediglich, dass Märka schnell bauen will. "Wir hoffen, dass wir zum Frühsommer dort Baurecht haben", so der Planer.

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