. Kurz vor Ablauf der von den Studierenden der Europa-Universität initiierten grenzüberschreitenden Buslinie zeigen sich der Allgemeine Studentische Ausschuss (AStA) der Viadrina und die Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) zufrieden mit dem Pilotprojekt. Rund 2000 Fahrgäste - ausschließlich Studenten durften mitfahren - wurden seit dem Start am 28. Januar gezählt. Eine Resonanz, die beide Seiten als Signal dafür werten, dass es ein Interesse an einer Linienverbindung zwischen Frankfurt und Slubice gibt. Heute, 18.03 Uhr, startet der Bus zum vorerst letzten Mal von der Haltestelle Europaplatz Richtung Wohnheim Amicus.
Gute Idee: Uni-Prõsidentin Gesine Schwan, hier im Gesprõch mit Busfahrer Dieter Bedurke, testete die grenz³berschreitende Studentenlinie und war begeistert.
Zehn Tage lang ist der Bus dann jeweils siebenmal die knapp dreieinhalb Kilometer lange Schleife von den beiden großen Slubicer Studentenwohnheimen am Collegium Polonicum vorbei über die Stadtbrücke hin zum Gräfin-Dönhoff-Gebäude und zurück gefahren. Hauptumstiegsplätze der etwa 20-minütigen Touren waren der Hörsaal- und Mensakomplex und das Studentenwohnheim in der Ul. Pilsudskiego. Die rund 2000 Fahrgäste, die der AStA gezählt hat, sind für Michael Ebermann ein deutliches Zeichen, dass das Projekt wirklich angenommen wurde. "Das sind 7000 Personenkilometer und bei sieben Umläufen 550 Wagenkilometer", rechnet der SVF-Geschäftsführer die für sein Unternehmen entscheidenden Zahlen vor. Diese seien, weil es sich um eine spezielle Dienstleistung handelt, allerdings nicht mit anderen Frankfurter Nahverkehrslinien vergleichbar.
Das Projekt ist Ebermann zufolge mit den 2800 Euro, die der AStA dafür gezahlt hat, kostendeckend verlaufen. Die Stadtverkehrsgesellschaft hatte auf die Prognose der Studenten vertraut, die die Fahrgastzahlen auf mindestens 700 in einer Woche geschätzt hatten. Ein Risiko blieb dennoch bei der SVF. Schließlich wurde für die auf die Studenten zugeschnittene Route einer der 22 Busse der Erdgas-Flotte zur Verfügung gestellt, deren Einsatz im regulären städtischen Nahverkehr ausgereizt ist. 19 sind in Spitzenzeiten gleichzeitig unterwegs, die anderen werden gewartet und überprüft. Da einen Bus für die "Extra-Linie" abzugeben, hieß für die SVF, mögliche Ausfälle in Kauf zu nehmen.
Auch Sahra Damus vom AStA ist froh, dass alles glatt gegangen ist. "Wir haben gezeigt, dass es relativ leicht funktionieren kann und der Bedarf da ist - und mit nur einer Benutzergruppe für einen vollen Bus gesorgt", sagt sie und sieht noch mehr Potential. Nicht nur wegen der Menschen, die sie beim Gang über die Grenzbrücke beobachtet hat, sondern auch wegen der Studenten, die nachgefragt haben, warum der Bus nicht auch zur Post in Slubice oder zum Frankfurter Bahnhof fährt.
Sahra Damus und ihre Mitstreiter hoffen nun, dass so bald wie möglich eine öffentliche Nahverkehrslinie nach Slubice eingerichtet wird. "Egal, ob Bus oder Bahn, Hauptsache schnell über die Oder. Darauf wollen wir nicht jahrelang warten." Für das Projekt habe man Zustimmung von Stadtverordneten bekommen, sich aber mehr Eigeninitiative gewünscht.
Ihre Uni-Präsidentin haben die Studenten auf ihrer Seite. Gesine Schwan, die mit dem Bus eher selten unterwegs ist, meistens S-Bahn in Berlin fährt oder mit dem Auto unterwegs ist, hat die Studenten-Linie getestet und die Idee als vorzüglich bezeichnet. Sie unterstützt einen öffentlichen Nahverkehr zwischen Frankfurt und Slubice.
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