Rüdnitz . Die Gemeinde Rüdnitz hat einen neuen stellvertretenden Bürgermeister. Mit einer deutlichen Mehrheit erhielt Wilfried Rösler von der Fraktion Freie Wählerliste Rüdnitz (FWR) das Vertrauen. Er löst Herbert Bock ab. Laut Kommunalverfassung bekleidete der zwei Funktionen, die sich nicht miteinander vertragen.
Die Nachricht kam auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung für viele recht überraschend. Weil Herbert Bock nicht nur stellvertretender Bürgermeister, sondern auch Amtsausschussmitglied ist, wurde jetzt herausgefunden, dass er eine dieser Funktionen aufgeben müsse. Die Amtsverwaltung machte den Paragrafen 52 der neuen Kommunalverfassung geltend.
Danach könne der Bürgermeister im Amtsausschuss nur von seinem Stellvertreter ersetzt werden. Bock könne dann, da er selbst Amtsausschussmitglied sei, sein eigenes Mandat nicht mehr wahrnehmen, so der vom Posten des Stellvertreters zurückgetretene Herbert Bock. Zur MOZ sagte er, dass er lieber im Amtsaussschuss bleiben möchte. "Man muss ja auch sehen, dass die Gemeindegebietsreform noch nicht das letzte in dieser Richtung ist. Falls es weitere Zusammenschlüsse geben sollte, zum Beispiel von Biesenthal und Bernau, dann möchte ich im Amtsausschuss daran mitwirken, dass die Gemeinden ihre Selbstständigkeit behalten", sagte Bock.
Für Nanett Nahs, die Fraktionsvorsitzende der Freien Wählerliste Rüdnitz, ist mit Wilfried Rösler eine gute Wahl getroffen worden. Er sei schon lange Rüdnitzer, habe die 65 erreicht, damit mehr Zeit für den Posten, engagiere sich auch im Schützenverein und habe sich schon Verdienste um das Dorffest erworben. Ein "bisschen schade" findet sie nur, dass kein Albertshofer mehr in der unmittelbaren Leitung der Gemeinde vertreten ist.
Doch der Albertshofer Herbert Bock teilt diese Sorgen nicht. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass die Interessen der Albertshofer in der Gemeindevertretung genügend berücksichtigt werden. Dies sei auch in den vergangenen Jahren ausreichend geschehen.
Für die Fraktionsvorsitzende von Pro Rüdnitz Gudrun Zuppke indes kam das recht überraschend. In der Hauptausschusssitzung, die am 13. Januar zur Vorbereitung der Sitzung stattfand, sei noch nicht die Rede davon gewesen, wunderte sich Gudrun Zuppke.
Folgt man der Rechtsauffassung des Amtes, müsste nun auch in Biesenthal ein neuer Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt werden. Die Stadt hat zwar zwei stellvertretende Bürgermeister, aber beide sind auch Mitglied im Amtsausschuss. André Stahl, Bürgermeister von Biesenthal und Vorsitzender des Amtsausschusses, hält den Standpunkt des Amtes in dieser Frage für falsch. Er sei kommunalrechtlich nicht haltbar.
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