Berlin/Eisenhüttenstadt . Im Tarifkonflikt der Stahlindustrie weitet die IG Metall ihre Warnstreiks auf Ostdeutschland aus. Anfang kommender Woche soll in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen die Arbeit niedergelegt werden, wie die Gewerkschaft am Freitag in Berlin ankündigte. Die Warnstreiks in Brandenburg finden in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) statt.
Tarifstreit: In der vergangenen Woche kam es in der westdeutschen Stahlbranche zu Warnstreiks. Kommende Woche sollen sie auf den Osten ausgedehnt werden. Foto: dpa
Am Freitag beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben mehrere tausend Beschäftigte in zehn westdeutschen Städten an Warnstreiks. Die meisten Teilnehmer zählte die IG Metall mit je 1500 in Bochum und Mülheim. Mit den Aktionen will die Gewerkschaft vor der dritten Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag in Gelsenkirchen Druck machen. Für die 85 000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen werden acht Prozent höhere Einkommen verlangt.
Für die 8000 Ost-Stahlkocher soll am Donnerstag weiterverhandelt werden. Auch dort fordert die IG Metall acht Prozent mehr Geld. Der Auftakt der Warnstreikwelle in den neuen Ländern ist an diesem Montag bei der Ilsenburger Grobblech GmbH in Sachsen-Anhalt geplant. Dort hatte es schon Anfang Februar erste Proteste gegeben, da das Unternehmen zur Salzgitter AG gehört.
Am Dienstag sind dann Kundgebungen bei Arcelor Mittal in Eisenhüttenstadt geplant. "Ab 5.30 Uhr gehen an den Werkstoren 1 bis 3 die Schranken runter, dann geht da nichts mehr", sagt Peter Ernstdorf von der IGM Ostbrandenburg. Laut Ernstdorf seien die Mitarbeiter von Arcelor Mittal zu 100 Prozent gewerkschaftlich organisiert. "Wir rechnen mit einigen Stunden, bei denen die Produktion zum Teil zum Stehen kommt", sagt Konzernsprecher Jürgen Schmidt und betont, dass für die Anlagensicherheit gesorgt sei. Durch den Ausfall entstünden allerdings hohe Kosten. "Billig wird das nicht", so Schmidt.
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