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18.02.2009 08:00 Uhr

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Prinzip der Milchbauern: durchhalten

. "Wir haben jetzt den schlechtesten Milchpreis seit 1990", sagt Jochen Mangelsdorf. 25 Cent pro Kilo als Grundpreis, das sei einfach kaum noch hinzunehmen. Zum Vergleich: Im Januar 2008 wurden 40 Cent gezahlt, im Dezember 2007 waren es sogar 42 Cent. "Selbst in der BSE-Krise 2001/2002 haben wir mehr bekommen, zwischen 33 und 34 Cent", weiß Mangelsdorf und zeigt auf seinen Zettel, auf dem er fein säuberlich die Milchpreise notiert hat. "Die Weltwirtschaftskrise wird immer dramatischer und schlägt auch auf uns voll zu." Dennoch, so glaubt Mangelsdorf, sind alle landwirtschaftlichen Unternehmen, die der Milcherzeugergemeinsachaft Oder-Spree angehören, besser dran als andere. "Gemeinsam ist man eben stärker und kann gemeinschaftlich bessere Milchpreise durchsetzen. "Wir bekommen etwa einen halben Cent pro Kilo mehr als Alleingänger. Die werden doch Stück für Stück verfrühstückt", findet Mangelsdorf. "Mit unserem Preis liegen wir noch im oberen Bereich der Milcherzeuger Ostdeutschlands."

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Die Lage für die Milchbauern, die von Reserven leben und Investitionen abblasen müssten, sei dennoch dramatisch: "Wir haben zwar einen besseren Preis, er ist aber trotzdem nicht gut."

Mangelsdorf hofft wie alle Bauern, dass die Milchpreise wieder anziehen werden, aber er ist nicht blauäugig: "Wir haben einen Milchberg." Es sei ein Fehler der EU in Brüssel gewesen, die Milchquote auszuweiten. "In Europa wird mehr produziert als verbraucht wird, wir brauchen den Weltmarkt und der hat teilweise, wie zum Beispiel Russland, dicht gemacht." Einfach zumachen, das können die Bauern nicht, sie sind an ihre Scholle gebunden, auch an die Tiere. Es ist ihr Kapital.

So sieht es auch Heinz Noack aus Kummersdorf. Mit 35 Kühen gehört er zu den kleinsten Mitgliedsbetrieben der Erzeugergemeinschaft. "Das ist doch besser als allein auf freier Wildbahn zu hantieren", gesteht der 72-Jährige, der trotz Rentenalter seinen Familienbetrieb mit seiner Frau Ursel und einer Angestellten Ute Urban betreibt. Der Milchpreis sei zwar niedrig, sagt Noack: "Aber wo bekommt man denn heute noch Preise, dass man Gewinne machen kann?" Er versuche über Inhaltsstoffe wie Fett und Eiweiß den Milchpreis etwas in die Höhe zu treiben, da komme er schon mal auf 28 bis 30 Cent pro Kilogramm. Außerdem arbeite er kostengünstig durch "wirtschaftseigenes Futter", das heißt, was die Tiere fressen, wird selber auf den 70 Hektar geerntet. "Mein Prinzip ist, Schwankungen durchzuhalten", sagt der Bauer aus Leidenschaft.

Was anderes bleibt den Landwirten auch übrig, die Aktion des Milchvernichtens im vergangenen Herbst, um Molkereien und Handel unter Druck zu setzen, hat nicht viel bewirkt. "Je mehr wir sind, desto besser können wir unsere Position durchsetzen", wirbt Jochen Mangelsdorf für weitere Mitglieder in der Milcherzeugergenossenschaft. "Unser Ziel ist es, große Einheiten in der Milcherzeugung und in den Molkereistrukturen zu schaffen, um in Augenhöhe mit dem Handel um bessere Preise streiten zu können", sagt Mangelsdorf. Das Thema werde auch auf dem Kreisbauerntag in Ranzig am nächsten Donnerstag eine Rolle spielen.

Verbraucher sollten sich nicht täuschen lassen, wenn an den Milchkisten in den Supermärkten damit geworben wird, dass zehn Cent an den Erzeuger gehen. "Ich denke, der Kunde wird nicht aus Solidarität mit den Bauern mehr Geld ausgeben, wir brauchen einfach einen realistischen Preis." Außerdem sei ihm nicht bekannt, dass die zehn Cent je beim Bauern angekommen wären. "Das ist eine Gut-will-Aktion, mehr nicht. Die bringt uns nicht weiter."

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