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Bierwirth sucht nach Verbündeten

Landkreis Barnim . Die Genossen in der Barnimer SPD sind unsicher geworden. Die Gerüchte, dass Petra Bierwirth Landrätin im Barnim werden will, reißen nicht ab. Gleichzeitig sendet Amtsinhaber Bodo Ihrke Signale aus, seinen Stuhl nur ungern räumen zu wollen.

Heute Abend um 18 Uhr trifft sich der SPD-Unterbezirksvorstand zu seiner turnusmäßigen Sitzung in Eberswalde. Auf der Tagesordnung stehen alle möglichen Themen - nur nicht das, was die Genossen zurzeit am meisten bewegt.

Dabei hat es sich unter den Sozialdemokraten längst herumgesprochen, dass sich ihre Vorsitzende Petra Bierwirth in den vergangenen Tagen zu vertraulichen Gesprächen mit Vertretern anderer Parteien getroffen hat. Die 48-Jährige ist auf der Suche nach Verbündeten, die mit ihr gemeinsam eine Direktwahl des Landrats verhindern - und lotet nebenher gleich mal aus, auf welche Unterstützung die SPD rechnen kann, wenn deren Landratskandidatin Petra Bierwirth heißen würde.

"Offiziell hat Petra Bierwirth sich noch nicht erklärt", sagt ihr Vorstandskollege Uwe Voß aus Panketal. "Das hat ja auch noch Zeit", wiegelt er ab. Gleichwohl ahnt er, dass es "die Partei wohl spalten würde, wenn sie sich zwischen Petra Bierwirth und Bodo Ihrke entscheiden müsste". Denn offenbar gibt es zwischen beiden leichte Irritationen.

Ihrke habe ihr im Falle einer Kandidatur als Landrätin seine Unterstützung zugesagt, erzählte Petra Bierwirth jüngst in kleinem Kreise. Der wiederum soll jetzt seinen Genossen aber bedeutet haben, durchaus an einer weiteren achtjährigen Amtszeit als Landrat interessiert zu sein - vorausgesetzt, die Wahl findet im Kreistag statt. "Für eine Direktwahl steht Ihrke nicht zur Verfügung", sagte ein Vertrauter des Landrats gestern. Was wiederum Uwe Voß verwundert: "Das Zeug dazu, eine Direktwahl für die SPD zu gewinnen, haben beide", ist er überzeugt.

Petra Bierwirth scheint sich da nicht so sicher zu sein. Unermüdlich versucht die Noch-Bundestagsabgeordnete, Mehrheiten für eine Landratswahl im Kreistag zu organisieren. Dabei kann sie sich der CDU-Stimmen nahezu sicher sein. Auch die FDP hat signalisiert, einen SPD-Landrat mitzutragen. Doch das reicht noch nicht aus, um die starken Linken und die anderen Fraktionen zu überstimmen. Ganz zu schweigen davon, dass sowohl in der CDU als auch in der FDP eine Landrätin Bierwirth nicht unbedingt auf Zustimmung stößt. "Bei Ihrke wissen wir, woran wir sind", heißt es.

Auch in der SPD selbst stoßen die kommunalen Ambitionen der Basdorferin nicht überall auf Zustimmung. Schwer übel genommen haben ihr viele Genossen, dass sie ausgerechnet in der heißen Phase zur letzten Bundestagswahl in den Urlaub nach Übersee entfleuchte. "Da waren ganz viele mächtig sauer", erinnert sich Ringo Wrase aus Finowfurt, Beisitzer im SPD-Unterbezirksvorstand Barnim. "Im Nachhinein schien sie ja auf der sicheren Seite zu sein, weil sie das Direktmandat gegen Dagmar Enkelmann gewonnen hat", erzählt er. Aber vergessen hätten Barnims Sozialdemokraten es nicht, dass Bierwirth sie im Wahlkampf im Stich gelassen habe. "Als Unterbezirksvorsitzende ist sie nur mit 78 Prozent der Stimmen gewählt worden", setzt er hinzu.

Mit Interesse verfolgen indes die Linken das Geschehen in der Kreis-SPD. "In einem ist die Linke unerschütterlich", sagt Kreistagsfraktionschefin Margitta Mächtig. "Wir wollen die Direktwahl des Landrats", bekräftigt sie. Und setzt dann ironisch hinzu: "Wer gegen einen Kandidaten der Linken zur direkten Wahl antritt, kann die SPD entscheiden".

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