Fürstenwalde . Die Elche sind im Land zwar überaus selten, dennoch befürchten die Jäger, dass sie für die Schäden durch die Tiere haften müssen. Denn die Großhirsche fressen, wie andere Schalenwild-Arten, gern die Triebe junger Bäume. Elche sind durch das Jagdrecht indes ganzjährig geschützt.
Nein, verraten werde er nicht, wo er die Elche zuletzt gesehen habe. "Wir wollen kein Elch-Tourismus", sagt Lutz Dolling, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Fürstenwalde (Oder-Spree).
Doch nicht nur der Rummel um die Großhirsche ärgert die Jäger, auch das Ernährungsverhalten der Paarhufer stößt ihnen auf. "Ein Elch frisst sehr viele Knospen, Rinden und grüne Blätter. Die Schäden an den Bäumen sind oft groß", sagt Dolling und fügt hinzu: "Dafür müssen die Jäger aufkommen." Denn die Elche unterstehen als Schalenwild dem Jagdrecht, haben jedoch eine ganzjährige Schonzeit. "Wenn ein Waldbesitzer die Schäden bemerkt, können die Forderungen schnell ein paar tausend Euro betragen."
Normalerweise wandern die Elche aus Westpolen, wo mehrere Hundert dieser Tiere leben, nach Brandenburg ein und ziehen weiter gen Westen. "Vor allem jüngere, männliche Elche suchen sich einen neuen Lebensraum, sie werden vom Rudel vertrieben", sagt der Chef des Verbandes, der 290 Jäger von Briesen bis Woltersdorf vertritt. Die Oder sei kein Hindernis, "da schwimmen die durch", berichtet Dolling.
Prinzipiell habe er nichts gegen Elche, aber die Jägerschaft sehe eine Aussiedlung skeptisch. Auch Bernd Möller, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, weiß von Problemen zu berichten: "Die Schäden an Bäumen durch Schalenwild insgesamt sind enorm. Dafür muss im Land eine Regelung gefunden werden", sagt er. Jetzt kämen Elche hinzu. Diese würden in Brandenburg ohnehin nicht genügend natürliche Lebensräume vorfinden. "Wir brauchen ein Managementplan für die Besiedlung mit neuen Arten", betont Möller. Eines könne er jedoch ausschließen: "Gejagt wurde im Land noch kein Elch, die Schonzeit wird eingehalten." Wenngleich er in der Jägerschaft auch Strömungen sehe, die den Elch als Konkurrenten sehen.
Für ein Elch-Management sieht das Umweltministerium freilich keinen Anlass. "Die Elche werden nicht angelockt, sie kommen einfach", sagt Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Bislang gebe es nur Einzelmeldungen zu den Tieren. Auch ein Problem der Verkehrssicherheit sieht der Sprecher nicht. "Elchwarnschilder müssen wir nicht gleich aufstellen." Schäden in Forstgebieten seien ihm nicht bekannt.
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