Frankfurt (Oder) . "Wir müssen schon im Vorfeld punkten." Womit Steffen Kammradt, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), meint: Ob ein Unternehmen eine Investition in Brandenburg in Erwägung zieht, wird häufig im Internet entschieden. Weit bevor auch nur ein Wort oder eine E-Mail mit einem märkischen Wirtschaftsförderer gewechselt wurde. Wenn der potenzielle Investor nämlich im Netz recherchiert, wo es etwa passende Fachkräfte, die nötige Infrastruktur oder niedrige Steuern gibt. Und da ließ sich nach Überzeugung der Ansiedlungsexperten über die Mark bisher nicht genug erfahren. "Gerade die regionalen Wachstumskerne waren nicht stark genug im Marketing", sagt Kammradt.
Mehr Region: Karten, Piktogramme, Ansprechpartner - wie f³r die Planungsgemeinschaft Oderland-SpreeFoto: MOZ/screenshot
Das war eine Erkenntnis des ersten gemeinsamen Jahresberichtes von ZAB, Investitionsbank und der regionalen Wirtschaftsfördergesellschaften, der im vergangenen Juni vorgelegt wurde. Seitdem beschäftigte sich ein ZAB-Team damit, den Internetauftritt gründlich zu überarbeiten. Ab Freitag kann man sich das Ergebnis ansehen. Das, findet Kammradt, in der Qualität deutlich zugelegt hat. Etwas überspitzt könnte man sagen: Statt Gemeinplätzen gibt es nun detaillierte Informationen. So darüber, "dass Brandenburg die fleißigsten Arbeitnehmer in Deutschland hat", wie es der ZAB-Geschäftsführer ausdrückt. In Sachen Arbeitszeit gebe es so fast keinen Unterschied mehr zu Mittel- und Osteuropa. Oder auch auf die "mit Abstand niedrigsten Gewerbesteuern" im Vergleich zu anderen Gegenden Deutschlands wird verwiesen. Vor allem aber: Es gibt erheblich mehr Informationen aus den verschiedenen Teilen Brandenburgs. Die Planungsregionen werden vorgestellt, mit Karte, Piktogrammen, vielen Ansprechpartner - längst nicht nur denen der ZAB. Zudem gibt es diverse Links, etwa auf die Internetseiten der Landkreise. Begründung für die Breite des Quellenangebots: "Wir wissen ja nicht, mit wem der Investor reden will." Es könne ja sein, dass der direkt mit dem Wirtschaftsförderer des Landkreises verhandeln wolle.
Mehr Zugriffe auf die Seite solle das verbesserte Angebot nicht unbedingt bringen, meint Steffen Kammradt. Wichtiger sei, die Stärken des Landes, die Qualität der Regionen herauszustreichen - und damit bei den vergleichsweise wenigen Investoren mehr Wirkung zu erzielen. Allerdings müssen Investoren zunächst einmal der deutschen Sprache mächtig sein - die englische Version des ZAB-Internetauftritts, der unter der Adresse www.invest-in-brandenburg.com abrufbar sein soll, kommt erst "im Laufe dieses Jahres".
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