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Schöne Stadt ist manchem schnuppe

. "Jeden Morgen komme ich mit Bangen zum Geschäft", gesteht Margrit Richter. "Ich muss immer damit rechnen, dass wieder Blumen aus dem Kübel gerissen wurden. Manchmal liegen sie daneben, oft sind sie auch weg." Die Inhaberin des Schuhgeschäftes in der Frankfurter Straße weiß, dass sie kein Einzelbeispiel ist. Auch die Händler in den Nachbargeschäften haben diese Erfahrung schon mehrmals gemacht. Heike Mahrenholz hatte gemeinsam mit Buchhändlerin Karin Guderjahn im vergangenen Jahr auf eigene Kosten Kübel beschafft. Einer lag schon mal morgens auf der Straße. Mehrmals wurde die Bepflanzung zerstört.

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In diesem Jahr hat die Stadt aus Mitteln, die im Zusammenhang mit dem Wettbewerb 2008 eingenommen wurden, fünf massive Kübel gekauft und sie vor einigen Geschäfte aufgestellt. "Wir haben mit den Inhabern abgesprochen, dass sie das Pflanzen und Pflegen übernehmen", so Petra Stadler von der Stadtverwaltung. Weitere Kübel sollen angeschafft werden. Zum Beispiel aus dem Erlös der Kugelschreiber, die in der Sparkassenfiliale zu haben sind. Die Nachfrage weiterer Geschäftsleute sei da, so Petra Stadler.

Die Stadt hofft, dass mit der Zunahme von bepflanzten Kübeln die Lust am Zerstören abnimmt. Wenn überall welche stehen, sei der Reiz für solchen Vandalismus vielleicht geringer. "Es geht ja nicht um den materiellen Wert", unterstreicht Margrit Richter. "Man macht das gern, die Leute freuen sich und dann immer wieder solche Aktionen." Dass zudem Vierbeiner ihr Bein heben und die Kübel bekleckern, sei schon wieder das nächste Thema.

Eines, das in den letzten Wochen immer wieder in Seelow zur Sprache kommt. Auch in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde es erneut angesprochen, nachdem es in allen Ausschusssitzungen schon für Zündstoff gesorgt hatte. "Binnen fünf Minuten ist man in Seelow im Randbereich", so Norbert Kositz (CDU). "Es ist nicht nachvollziehbar, dass Bürger ihre Vierbeiner laufen lassen und damit alle Hundebesitzer in ein schlechtes Licht rücken." Es gebe nämlich sehr wohl auch Tierhalter, die die Hinterlassenschaften ihrer Hunde beseitigen oder sie an Randflächen führen. Es müsse endlich gegen die Unbelehrbaren vorgegangen werden.

Bürgermeister Udo Schulz hatte in der Beratung zugesichert, dass etwas passieren wird. Der Vorschlag, dass die Politesse ihre Arbeitszeit verlagert und tageweise schon ab fünf Uhr unterwegs ist, sei jedoch nicht umsetzbar. Aus arbeitsrechtlichen Gründen wäre ein Einsatz erst ab sechs Uhr möglich. Was jedoch auch schon viel bringen würde, war man sich einig. Schulz sieht im Einsatz der Sicherheitspartner eine Möglichkeit, der Sache Herr zu werden. Gestern gab es erste Absprachen innerhalb der Sicherheitspartner. Sie wollen bald mit mehreren Streifen unterwegs sein.

Laut ordnungsbehördlicher Verordnung der Stadt können Hundehalter mit einem Bußgeld zwischen fünf und 35 Euro belangt werden. Sobald die ersten Bußgelder verhängt wurden, wird sich das herumsprechen, so die Abgeordneten.

Neben den tierischen Hinterlassenschaften beschäftigt den Bauhof der Stadt noch ein weiteres Problem. Fast jede Woche wird einer der rund 120 Papierkörbe in der Stadt zerstört, so Werkleiter Winfried Hanne. Doch nicht nur das. "Immer mehr Bürger entsorgen in diesen Papierkörben ihren Hausmüll. Das ist für die Mitarbeiter eine echte Zumutung." In Schwerpunktbereichen werden die Papierkörbe täglich geleert. Vor allem entlang der Schulstrecken - vom Busbahnhof über die Straße der Jugend und die Slubicer Straße - haben die Bauhofmitarbeiter zudem ständig mit besonders hohen Verunreinigungen der Gehwege und Anlagen zu tun. Viele Schüler lassen ihre Abfälle, von Dönerpapier bis zur Colabüchse, einfach fallen. Regelmäßige Einsätze der Schüler, bei denen sie den Unrat wegräumen, könnten mehr bringen als allgemeine Appelle. Bisher blieben Einsätze dieser Art auf die Schulgelände beschränkt. Eine Ausweitung würde dem Stadtantlitz gut zu Gesicht stehen.

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