Potsdam . Der Landesverband WindEnergie e.V. fordert für Brandenburg die Zulassung von 1000 zusätzlichen Windrädern. Nur so sei das Ziel, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energieträger auf 20 Prozent zu erhöhen, erreichbar, sagt Verbandschef Werner Diwald. Das Potsdamer Umweltministerium wollte diesen Bedarf nicht bestätigen.
"Wir werden neue Windeignungsflächen brauchen", sagte am Dienstag der Sprecher des brandenburgischen Umweltministeriums, Jens-Uwe Schade. Die jetzt ausgewiesen möglichen Standorte für Windräder seien ausgeschöpft. Zur Zeit stehen rund 2500 Windkraftanlagen in Brandenburg. Das Ministerium hofft, dass die angestrebte Verdopplung der Kapazität auf 7000 Megawatt durch eine neue Generation leistungsfähigerer Windräder zustande kommt.
Dem widerspricht Diwald. Da die neuen, größeren Rotoren auch größere Abstände benötigen, müssten neue Flächen ausgewiesen werden. Er fordert zudem, dass das Land seine Naturschutzbestimmungen überprüft. "Es gibt viele Gebiete im Land, die unter Naturschutz gestellt wurden oder als Vogelschutzgebiete gelten, in denen kein Konflikt zu Windkraftanlagen zu erkennen ist", sagte Diwald.
Klimaschutz durch erneuerbare Energien sei immer auch Naturschutz, argumentierte der Verbandschef. Diwald warnte vor den Bemühungen einzelner Kreise, die Distanz zwischen Windanlagen und bewohnten Gebieten zu erhöhen. Es gehe neben dem Klimaschutz auch um die Sicherstellung der Energieversorgung in den kommenden Jahren. Die Planungsgemeinschaft Barnim-Uckermark will derzeit den Abstand zwischen Siedlungen und Windrädern von 800 auf 1000 Meter erhöhen. Man rechnet dort mit einer Reduzierung der Anlage um bis zu einem Drittel, sobald Windräder aus technischen Gründen ersetzt werden müssen. Das Umweltministerium geht davon aus, dass der Duruck neue Windeignungsgebiete auszuweisen, in nächster Zeit steigen wird. In der SPD hieß es bereits, dass Landschaftsschutzgebiete freigegeben werden sollten. "Das reicht nicht aus", sagt Diwald. Es geht auch um Naturschutzgebiete.
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