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21.02.2008 14:43 Uhr

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Rund 5000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes demonstrieren

Berlin . Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes sind am Donnerstag Beschäftigte des Landes Berlin erstmals in einen ganztägigen Warnstreik getreten. An einer Kundgebung auf dem Wittenbergplatz nahmen am Morgen nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di rund 5000 Menschen teil. An der Kundgebung beteiligten sich auch Mitarbeiter des Berliner Einzelhandels, die am Donnerstag ebenfalls in den Ausstand traten.

  Das Plakat spricht Bõnde: Die Beschõftigten des Íffentlichen Dienstes in Berlin wollen - wie im gesamten Bundesgebiet - einen Lohn- und Inflationsausgleich. Foto: ddp ©

Betroffen von den Warnstreiks waren vor allem kommunale Kitas, Büchereien und Schwimmhallen. Auch in Bürger- und Ordnungsämtern, einigen Polizeidienststellen und der Verwaltung sollte im Laufe des Tages die Arbeit niedergelegt werden.

Viele Demonstranten trugen neongelbe Streikwesten und rote ver.di-Fahnen. Auf Plakaten und Transparenten hieß es "Habe Arbeit, brauche Geld", "Jetzt sind wir dran" und "Mit Wowereit und Sarrazin ist der soziale Frieden hin".

ver.di-Streikleiter Werner Roepke warf dem Senat vor, die Beschäftigten des Landes seit Monaten immer wieder "an der Nase herumzuführen". Die Bediensteten bräuchten "jetzt mehr Geld", um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Roepke hob zugleich hervor, dass der Warnstreik nicht die Bevölkerung treffen solle.

ver.di fordert drei Einmalzahlungen von je 300 Euro und eine Gehaltserhöhung von 2,9 Prozent. Der Senat lehnt dies wegen der angespannten Haushaltslage ab. Er verweist auf den sogenannten Solidarpakt, der bis Ende 2009 einen Lohnverzicht von bis zu zwölf Prozent im Gegenzug für den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen vorsieht.

Schon am Donnerstagmittag stand fest, dass der Arbeitskampf in Berlin am Freitag weitergeht: ver.di hat die Beschäftigten der Berliner Stadtreinigung (BSR) und der Berliner Wasserbetriebe (BWB) zu Warnstreiks aufgerufen. Die einstündige Aktion soll symbolisch um fünf vor zwölf Uhr beginnen, teilte die Gewerkschaft mit. ver.di rechnet mit rund 2000 Teilnehmern. Neben Mitarbeitern der BSR und der Wasserbetriebe wollen sich auch Angestellte der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) an dem Ausstand beteiligen. ver.di-Landesbezirksleiterin Susanne Stumpenhusen sagte, die Stimmung sei nach drei Verhandlungsrunden "im höchsten Maße angespannt". Auch in Berlin werde deshalb jetzt ein Signal gesetzt. Stumpenhusen nannte das Angebot der Arbeitgeberverbände, das eine stufenweise Lohnerhöhung um fünf Prozent vorsieht, eine "Mogelpackung".

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