Berlin . Der milde Vorfrühling im Februar bringt die Tierwelt kräftig durcheinander. Kröten und Igel seien bereits aus ihrem Winterschlaf erwacht. Die Wanderung der Amphibien habe gut drei bis vier Wochen zu früh eingesetzt, teilte der Präsident des Tierschutzvereins für Berlin und des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, am Dienstag mit. Das warme Wetter könnte auch das Katzenelend in der Hauptstadt vergrößern. Viele nicht kastrierte Katzen seien bereits auf Partnersuche. Die Folgen wären verheerend. Eine Katze kann bis zu drei Mal Nachwuchs im Jahr bekommen. Apel bat die Tierhalter, die Katzen bei Tierärzten kastrieren zu lassen.
Schon im Vorjahr war das Tierheim in Hohenschönhausen, in dem jährlich mehr als 10 000 Tiere betreut werden, besonders mit Katzen völlig überbelegt. Im Schnitt mussten täglich bis zu 760 Katzen versorgt werden, darunter besonders viele Jungtiere und kranke Tiere.
Der Tierschutzverein wandte sich neben den Tierhaltern auch an die Autofahrer. Wegen des milden Klimas komme es auf den Straßen zu deutlich mehr Wildwechseln als sonst um diese Jahreszeit. "Umsichtiges Fahren und erhöhte Aufmerksamkeit können Leben retten, das eines Autofahrers als auch das von Wildschweinen und Rehen", sagte Apel.
Neben der frühen und stärkeren Vermehrung zahlreicher Tiere rechnen die Tierschützer in der Folge des vorzeitigen Frühlingsausbruchs auch mit Gefahren durch Parasiten wie Zecken, Mücken oder Flöhen. Durch die von ihnen verbreiteten Krankheiten können andere Tiere ihr Leben verlieren. So würden Zecken zum Beispiel die Hundemalaria übertragen, Kaninchen würden an der durch blutsaugende Insekten übertragenen China-Seuche ersticken. Apel empfahl den Tierbesitzern, ihre Haustiere vom Tierarzt mit Impfungen schützen zu lassen.
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