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Konferenz zur Zusammenarbeit

Ratzdorf . Am Freitag findet im Europäischen Begegnungszentrum Ratzdorf eine Deutsch-polnische Seniorenkonferenz statt. "75 Teilnehmer haben sich bereits angemeldet", berichtete gestern Detlef Kirchhoff, Vorsitzender des Kreisseniorenbeirates. Das Datum sei dabei bewusst gewählt. "Zum einen liegt der Beitritt Polens zur Europäischen Union genau fünf Jahre zurück, zum anderen ist der 8. Mai natürlich auch der Tag der Befreiung von der Naziherrschaft", verdeutlichte er. Allerdings stehe die Aufarbeitung der deutsch-polnischen Geschichte heute nicht mehr im Mittelpunkt der grenzübergreifenden Senioren-Partnerschaften.

Seit 20 Jahren pflegen die Seniorenbeiräte des Landkreises Oder-Spree im Rahmen der kommunalen Partnerschaften Beziehungen mit polnischen Gemeinden und Kreisen auf dem Gebiet des Lebuser Landes. So stehen etwa Senioren aus Friedland mit Einwohnern aus Sulecin (Zielenzig) in Kontakt. Besucher werden auch aus Glogow (Glogau) und Zbaszyn (Bentschen) (Partner: Amt Brieskow-Finkenheerd) zur Konferenz erwartet. Sieben Vertreter der deutschen und der polnischen Seite werden von 10.30 Uhr bis etwa 14.30 Uhr von ihren Erfahrungen des Austauschs berichten. Wichtig seien aber auch die daraus hervorgehenden Diskussionen, meint Detlef Kirchhoff: "Die Teilnehmer sollen durchaus selbstkritisch sein, denn unter Freunden muss man sich auch sagen, was noch nicht so gut funktioniert." Der Kreisseniorenvorsitzende rechnet nicht damit, dass die Teilnehmer Aspekte der jeweiligen Landespolitik ansprechen. So seien die Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Polen, etwa um die Preußische Treuhand, kaum Gesprächsthema zwischen den Senioren. "Der Antrieb für die Zusammenarbeit ist für sie vor allem ein gutes Verhältnis zum Nachbarn", erklärt der 67-Jährige.

Der große Teilnehmerkreis sei bereits der erste Erfolg der Konferenz. "Die Leute kennen sich teilweise seit vielen Jahren und haben so die Geflogenheiten der anderen kennengelernt", schildert Detlef Kirchhoff. So würden es polnische Bürger vermeiden, über eine Türschwelle hinweg einander die Hand zu reichen, da dies Unglück bringe. Statt einer Resolution solle im Nachgang der Konferenz ein Papier erarbeitet werden, um mit den Schlussfolgerungen die Zukunft zu planen.

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