Schwedt . Archive sehen sich regelmäßig einem Phänomen ausgesetzt: Sie werden kaum zur Kenntnis genommen, und wenn, so finden sie sich oft in eine der heutigen Welt entrückten Ecke gestellt. Das Stadtarchiv erwies sich am Sonnabend jedoch als Schatzkammer und gutes Stadtgedächtnis. Interessierte Bürger gingen mit Museumsleiterin Anke Grodon, Archivarin Brunhilde Klein sowie Zeitzeugen unter dem Motto "Heimat und Fremde"auf Zeitreise in die Stadtgeschichte. Nachdenklich stimmend: Kurz vor Ausstellungseröffnung zerschlugen Unbekannte die Scheibe am Rathaus-II-Eingang.
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Das Stadtarchiv bestand nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges nur noch aus einer ungeordneten Aktenablage in den Kellerräumen der Stadtverwaltung am Karlsplatz. Heute ist es eine übersichtliche, umfangreiche und thematisch strukturierte Sammlung von Chroniken, Zeitungen, Ratsunterlagen und Fotografien. Oft sind sie das einzig verbliebene historische Dokument zur Erkundung geschichtlicher Zusammenhänge. Adressbücher, Wohnungs- und Meldelisten, mit preußischer Akribie geführt, sind in Nachlassangelegenheiten und Ahnenforschung unentbehrliche Zeitzeugen. Die komplett archivierten Facharbeiterzeugnisse und Meisterbriefe aus Schwedter Betrieben zwischen 1964 und 1990 machen das Stadtarchiv, seit 2003 im Rathaus beheimatet, zur wichtigen Anlaufstelle in Rentenangelegenheiten.
Größter Schatz ist die verfilmte Angermünder Zeitung, die bis 1848 zurück reicht. Da Schwedt damals zum Kreis Angermünde gehörte, nutzen die Schwedter dieses Exponat gern für die Erstellung von Festzeitschriften für hoch betagte Geburtstagskinder oder Jubelpaare.
Einmal im Jahr werden die sicher verwahrten kostbaren Bestände dem interessierten Blick der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Tradition folgend ist der "Tag des offenen Archivs" mit einer Sonderausstellung verbunden. Die diesjährige stand unter der Überschrift "Heimat und Fremde" und war "Spurensuche und Lebensgeschichten von Aussiedlern" gewidmet. Anke Grodon, Leiterin des Stadtmuseums, begrüßte dazu Zeitzeugen, Frauen und Männer, deren Lebenswege auf den Ausstellungstafeln aufgezeichnet sind.
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Neueste Kommentare
22.05.2012 16:36:56 Frankura
Buch von Sarrazin = kalter Kaffee
22.05.2012 16:25:54 olaboe
@heinzi
22.05.2012 16:22:05 nebenbeibemerkt
Ich verstehe den Streit nicht
22.05.2012 16:20:57 Honesty
Steile Thesen sind das Spezialgebiet von Thilo Sarrazin - Indirekt vergleich...
22.05.2012 15:59:59 xxx
tzzz