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14.05.2009 21:02 Uhr

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Image größtes Problem

Schwedt . So richtig wusste Matthias Tietz 2003 nicht, ob er wirklich Gebäudereiniger werden will. Vielleicht ließen ihn die vielen Vorurteile, die mit dem Berufsbild zusammenhängen, zweifeln: schlechter Ruf, schlechte Arbeitszeiten. Am schlimmsten: die miserable Bezahlung - so die weit verbreitete Meinung.

  Ausblidung mit Zukunft: Chef Karsten Lange (3. v. r.) erklõrt einem Azubi-Anwõrter, was Gebõudereiniger Matthias Tietz an der Einscheibenmaschine alles beachten muss. ©

Das schlechte Image vieler Berufe ist neben der mangelhaften Qualifikation der Jugendlichen Schuld an einer paradoxen Entwicklung. 170 Stellen gibt es in Schwedt und Angermünde noch zu besetzen, 300 junge Leute suchen eine Ausbildung - und doch werden nicht alle Plätze belegt.

Matthias Tietz ist heute einer der besten Mitarbeiter beim Reinigungsservice Lange in Schwedt. "Von Tag zu Tag hat mein Interesse für den Job zugenommen. Besonders die Fassadenreinigung ist eine Herausforderung", sagt der 23-Jährige. Nach seiner Gesellenprüfung 2006 übernahm ihn die Firma - auch weil er nach seiner Ausbildung besser gerüstet war als viele andere. "Nur 25 Prozent der Gebäudereiniger haben eine profunde Ausbildung. Das eröffnet jenen, die eine solche haben, natürlich gute Perspektiven und Aufstiegschancen", erläutert Richard Richter, Geschäftsführer der Gebäudereiniger-Innung in Ostbrandenburg.

Er kam am Donnerstag im Rahmen des bundesweiten Tages des Ausbildungsplatzes nach Schwedt, bei dem die Arbeitsagentur Eberswalde mit 46 Mitarbeitern in insgesamt 225 Betrieben der Uckermark und des Barnims unter anderem für mehr Ausbildungsstellen warb. Zu wenig Plätze sind dabei nicht Richters Problem. "In diesem Jahr haben wir eine Klasse mit 45 Schülern eröffnet. Wir könnten aber 90 nehmen. Was uns hemmt, ist unser Image", sagt er.

Die duale Ausbildung, welche die Innung anbietet, umfasst neben der praktischen Arbeit in einem Betrieb die grundlegenden fünf Bereiche Krankenhaus-, Industrie-, Fahrzeug- und Lufttechnikreinigung sowie den Umgang mit umweltschädlichen Stoffen. Voraussetzung für die Bewerber ist, dass sie in wichtigen Fächern wie Physik, Chemie oder Mathe mindestens eine Drei auf dem Zeugnis zu stehen haben. Sportlich sollten sie sein und ein Führerschein ist auch von Vorteil.

Für Matthias Tietz hat sich die Ausbildung bereits ausgezahlt. Ihm stellt Firmenchef Karsten Lange den Posten eines Objektverantwortlichen in Aussicht.

Die Arbeitsagentur zog am frühen Donnerstagabend eine positive Bilanz des Tages in den Unternehmen: "Insgesamt wurden heute 78 zusätzliche Ausbildungsstellen geworben, darunter 21 bereits für das Ausbildungsjahr 2010/11. Außerdem meldeten die Unternehmen elf freie Arbeitsplätze", informierte Agentur-Sprecherin Sabine Endmann. "Danke an alle Unternehmen, die jungen Leuten in unserer Region eine Chance geben."

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