Eisenhüttenstadt .
Warten in Eisenh³ttenstadt: Wenn es nach den Plõnen der Bahn geht, wird man auch in den nõchsten Jahren nur den Weg durch die Tunnel hinauf zum Bahnsteig haben. In welche Richtung die Z³ge fahren, zumindest das ist f³r beide Gleise angezeigt.
Der Eisenhüttenstädter Bahnhof gilt als Servicewüste. Das hat die Station nach der jüngsten Qualitätsanalyse des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg schriftlich - mit der schlechtesten Note, die zu vergeben war. Die Bahn will nun zwar sogenannte Dynamische Schriftanzeiger installieren lassen, weitere Investitionen wie etwa der Bau eines Außenbahnsteigs sind in weite Ferne gerückt. Mit dem Zustand will man sich im Rathaus nicht zufrieden geben. Neben weiteren Gesprächen mit der Bahn setzt die Verwaltung auf Eigeninitiative. Planungen für die Neugestaltung der Bahnhofs-Ostseite laufen bereits.
Menschen, die nicht gut zu Fuß sind oder im Rollstuhl sitzen, haben es in Eisenhüttenstadt schwer, zu den Zügen Richtung Frankfurt und Guben zu kommen. Der Weg zum Bahnsteig führt durch zwei Tunnel. Als "einfach nicht hinnehmbar" bezeichnet Wolfgang Perske, im Rathaus Bereichsleiter Stadtmanagement, den Zustand. "Das darf im Jahr 2009 nicht Standard sein." Wird aber auf absehbare Zeit so bleiben. Und das, obwohl es schon lange Pläne gibt, mit dem Bau von Außenbahnsteigen für uneingeschränkte Mobilität zu sorgen. Seit Jahren ist die Stadt deshalb mit der Bahn im Gespräch - und war dem Ziel eigentlich schon nahe gekommen. Doch das angemeldete Projekt, für das die Kosten auf rund eineinhalb Millionen Euro geschätzt werden, ist vom Bahnvorstand nicht bestätigt worden. Und es wird, so geht es aus einem Schreiben der DB Station & Service AG an die Stadt hervor, zumindest in den nächsten fünf Jahren nicht realisiert. "Die Neuerrichtung der Bahnsteige konnte nicht im Konjunkturprogramm platziert werden", sagt eine Bahnsprecherin.
Dass Eisenhüttenstadt ausgebremst wurde, führt man in der Rathausspitze auf permanenten Wechsel der Ansprechpartner bei der Bahn zurück. Das hat die Gespräche nicht einfacher gemacht. "Wir werden nur vertröstet", sagt Perske und weiß, dass nur über den Bahnvorstand in Berlin dafür gesorgt werden kann, dass sich etwas in Eisenhüttenstadt bewegt. Während man im Rathaus den angekündigten Dynamischen Schriftanzeigers angesichts der großen Defizite des Bahnhofs als Witz bezeichnet, sieht der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), der in seiner Analyse für Eisenhüttenstadt dringenden Handlungsbedarf angemahnt hatte, zumindest ein Etappenziel erreicht. "Wenn der Dynamische Schriftanzeiger kommt, sind wir erst einmal zufrieden", sagt VBB-Sprecherin Elke Krokowski. Der Verband hatte vor allem kritisiert, dass es im Störungsfall keine Informationen für die Bahnreisenden gebe. "Es fehlt zum Beispiel die Ansage zum Schienenersatzverkehr. Das ist dramatisch, wenn die Leute mit dem Zug ankommen", so Elke Krokowski. Dass künftig Verspätungen oder Zugausfälle angezeigt werden, soll nur der Anfang sein. Statt bloßer Richtungsanzeiger wünscht sich der VBB auch Zugzielanzeigen mit Zeitangabe. Das ist bei den von der Bahn in die obersten Kategorien eingeordneten Bahnhöfen selbstverständlich. Eisenhüttenstadt rangiert in der Kategorie fünf. Die Sechs ist die niedrigste. Der VBB ist daran interessiert, dass die Standards angehoben werden - gerade für Eisenhüttenstadt als Start- und Zielpunkt des RE 1, der als eine der profitabelsten Strecken der Bahn gilt.
Zumindest in das Bahnhofsgebäude, das seit zwei Jahren in Privatbesitz ist und einer im hessischen Dreieich ansässigen Firma Main Asset Management verwaltet wird, soll mehr Leben einziehen. Der Busverkehr Oder-Spree eröffnet am 2. Juni in den ehemaligen Räumen der DB-Agentur einen Fahrkartenschalter. Ob und wie schnell sich die Sanitärbedingungen verbessern, ist unklar. "Ich weiß es nicht", sagt Siegfried Fernitz, Geschäftsführer der Verwalterfirma, auf die Frage nach möglichen Investitionen. Diese müssten sich rechnen, hieß es nur.
Derweil werden die Pläne für die Neugestaltung des östlichen Außenareals vorangetrieben. Dort soll bis nächstes Jahr der Straßenverlauf geändert und eine Park & Ride-Fläche eingerichtet werden.
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22.05.2012 16:42:58 Leser
@nebenbeibemerkt
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Buch von Sarrazin = kalter Kaffee
22.05.2012 16:25:54 olaboe
@heinzi
22.05.2012 16:22:05 nebenbeibemerkt
Ich verstehe den Streit nicht
22.05.2012 16:20:57 Honesty
Steile Thesen sind das Spezialgebiet von Thilo Sarrazin - Indirekt vergleich...