. Seit der Podiumsdiskussion, die zur Zukunft des Kino Piast im Collegium Polonicum abgehalten wurde, ist nunmehr ein Monat vergangen. Damals machte sich Widerstand gegen den geplanten Abriss des alten Filmgebäudes breit. Bei der Podiumsdiskussion, zu der das Institut für angewandte Geschichte der Viadrina, das Collegium Polonicum und das Slubicer Kulturhaus eingeladen hatten, wurden Möglichkeiten der Rettung des Hauses erörtert.
Der hintere Teil des Gebõudes soll abgerissen werden, die Front steht unter Denkmalschutz und bleibt bestehen.
Dazu wurde auch eine Unterschriftenaktion durchgeführt, bei der mehr als 230 Unterschriften in knapp drei Wochen gesammelt wurden. Ein beachtliches Ergebnis, das dem Engagement einzelner Teilnehmer zu verdanken ist, die selbstständig die Aktion bekannt machten und Unterschriften gesammelt haben.
Das Institut für angewandte Geschichte hat die Unterschriftenlisten vergangene Woche zusammen mit einer Pressedokumentation und dem Protokoll der Diskussion nach Gorzow an Frau Hatka, der Wojewodin des Lebuser Landes, geschickt. Darin bat das Institut um Rücknahme der Abrissgenehmigung. Vergangene Woche Mittwoch erklärte die Wojewodin den Widerspruch für unzulässig. In der Begründung wird Bezug auf Vorschriften aus dem polnischen Baurecht genommen, nach denen das Institut für angewandte Geschichte keine Konfliktpartei in dem Fall darstellt.
Vorerst bedeutet das, dass der Investor den hinteren Teil des Gebäudes sprich Kinosaal und Heizungskeller abreißen darf. Ob das Institut als Verein weitere Schritte zur Verhinderung des Abrisses unternehmen kann und wird, ist noch nicht entschieden. Es wird abhängig sein von der Einschätzung der studentischen Rechtsberatung am Collegium Polonicum, die juristisch den Fall begleitet.
Nancy Waldmann vom Institut für angewandte Geschichte ist der Meinung, "dass die Unterschriftenaktion bewiesen hat, dass es eine beträchtliche Gruppe von Menschen vor Ort gibt, die den Abriss den Kinos nicht einfach so hinnehmen wollen, nur um einer weiteren Einkaufsgalerie Platz zu machen."
Die Debatte auf beiden Seiten der Oder habe gezeigt, dass es wichtig sei, über ein gemeinsames Kulturerbe und über das, was in Slubice und Frankfurt wertvoll erscheine, zu reden. "In Zukunft könnten öfter Themen wie diese in einer grenzüberschreitenden Öffentlichkeit diskutiert werden", so Nancy Waldmann.
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