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Eva-Martina Weyer 04.08.2011 21:03 Uhr
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Kneippen im Kindergarten

Hohenreinkendorf (moz) Von Eva-Martina Weyer

  Wer schafft die Kugeln ins Ziel? Kita-Leiterin Diana Nieclaus und die fünfjährige Anna Marquardt sind ganz geduldig bei diesem Konzentrationsspiel. © MOZ

Einst hatte die Hohenreinkendorfer Kita nur noch acht Kinder. Jetzt platzt sie aus allen Nähten. Diana Nieclaus arbeitet schon ihr ganzes Berufsleben lang in diesem Haus. Nun will sie daraus einen Kneipp-Kindergarten machen. Sozusagen Kur für Knirpse.

Wenn der Kindergarten seinen Bollerwagen packt, Stullen, Obst und Decken hineinlegt und durchs Dorf in den Wald zieht, dann winken die Leute übern Gartenzaun. Kita-Leiterin Diana Nieclaus hat diese Waldspaziergänge mit Frühstück eingeführt. „Und wenn ich dann sehe, wie gut die Kinder dort mit Kienäppeln und Stöckchen spielen, dann staune ich immer wieder über ihren Einfallsreichtum“, lächelt Diana Nieclaus. „Wir nehmen ja absichtlich kein Spielzeug mit in den Wald.“

Diana Nieclaus kennt sich aus in Hohenreinkendorf und Umgebung. Ein paar Kilometer weiter, in Radekow, ist sie aufgewachsen. Dort wohnt sie noch heute mit ihrem Mann und den zwei Söhnen. Gleich ihre erste Arbeitsstelle nach dem Studium war der Kindergarten in Hohenreinkendorf. „Ich habe damals Kinder betreut, die heute selbst schon Kinder haben und sie zu mir schicken. Also habe ich wohl nicht so viel falsch gemacht“, überlegt die Kita-Leiterin.

Die Herzen fliegen diesem kleinen Kindergarten zu. Das war nicht immer so. In den frühen 1990er-Jahren betreute das Haus nur acht Kinder. „Da haben wir um den Erhalt des Kindergartens gekämpft“, erinnert sich Diana Nieclaus. „Die Gemeindevertreter haben sich damals sehr für den Kindergarten eingesetzt. Wir haben einen Weg über Besucherkinder gefunden. Sie waren erst einmal als Gast bei uns und sind dann geblieben.“ Die Eltern mögen diesen kleinen Kindergarten. Inzwischen kommen die Mädchen und Jungen nicht nur aus dem Ort selbst, sondern auch aus Gartz, Tantow und Rosow.

In den letzten drei Jahren hat das Haus viele ganz kleine Kinder aufgenommen. Das hat auch mit der Sanierung der Kita zu tun, für die die Stadtverordneten das Geld bewilligt haben. Inzwischen stehen Kinder sogar auf einer Warteliste. Das gab es, seit sich die Chefin erinnern kann, in Hohenreinkendorf noch nie.

„Wir haben die Kapazität von 22 auf 25 erhöht und uns trotzdem entschlossen, dass wir nur eine Gruppe aufmachen“, erzählt Diana Nieclaus. Für sie und ihre Kolleginnen bedeutet dies, dass Babys und Vorschulkinder gleichzeitig betreut werden. „Bei uns wird gemeinsam gegessen, was nicht in jeder Familie regelmäßig möglich ist. Und auch in der Beschäftigung machen alle mit. Schon ein Einjähriger kann den Buntstift halten und kriegt so ein Gefühl für Beweglichkeit“, schwärmt die Kita-Leiterin.

Selbstverständlich hängt sie das Bild des Einjährigen genau wie alle anderen Malarbeiten zum Ansehen aus. Die Eltern sind dann unheimlich stolz.

Über die Jahre wächst ihr jedes der Mädchen und Jungen ans Herz. „Es ist schwer für mich, wenn die Kinder zur Schule kommen und ich sie dann nicht im Hort habe, weil sie nachmittags woanders betreut werden“, gibt Diana 
Nieclaus zu. Schließlich kennt sie viele Kinder schon seit sie Baby waren und hat mit der Zeit eine starke Bindung zu ihnen aufgebaut. „Manches Kind nehme ich gedanklich mit nach Hause, wenn es mir mal Sorgen bereitet. Das spürt mein Mann und er sagt dann, ich solle den Kindergarten in Hohenreinkendorf lassen.“

Jetzt, wo mit der Kita alles wie am Schnürchen läuft, könnte sie sich zurücklehnen. Aber sie sagt selbst: „Ich kann nicht an diesem Punkt stehen bleiben. Wir müssen uns weiterentwickeln und uns von anderen Häusern abheben. Deshalb wollen wir Kneipp-Kita werden.“ Diese Idee hat Diana Nieclaus schon mit den Eltern beraten und dann im Kita-Ausschuss vorgestellt.

Einen Kräutergarten anlegen, über Taststrecken laufen, wechselnde Armbäder nehmen, im Winter barfuß im Schnee gehen – alles dies hat sich der bayerische Pfarrer Kneipp vor über hundert Jahren zur Gesundung des Menschen ausgedacht. In Kurheimen wird dies tausendfach angewandt. Warum nicht auch in Hohenreinkendorf? Nun soll das Dorf nicht gleich ein Kurort werden. Aber die Kinder abzuhärten wäre so schlecht nicht.

Das findet zumindest Diana Nieclaus. Sie hofft, dass sie von diesem Gedanken auch die Abgeordneten der Stadt Gartz überzeugen kann, deren Ortsteil 
Hohenreinkendorf ist. Damit sich der Kindergarten mit dem Wort „Kneipp“ schmücken darf, müssen die Erzieherinnen eine Weiterbildung absolvieren. Sie brauchen ein Zertifikat zum Gesundheitserzieher. Zum Dazulernen sind sie bereit.

„Vieles, was Kneipp empfiehlt, machen wir ja schon. Zum Beispiel die gesunde Ernährung und unsere regelmäßigen Waldspaziergänge“, sagt Diana Nieclaus. „Warum sollen wir diese Idee nicht vervollkommnen und ein Aushängeschild draus machen?“ Ja, warum eigentlich nicht?

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Hier wird doch einfach....

22.05.2012 16:46:42 max

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22.05.2012 16:25:54 olaboe

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