. Stephan Klopsch versteht die Verwaltungswelt nicht mehr. Zumindest, wenn es um ungepflegte Grünflächen in der Stadt und die Gestaltung derselben geht. Und erst recht nicht, wenn er unentgeltlich zu Hacke und Gießkanne greift und dafür im Nachhinein auch noch gemaßregelt wird.
Am Pfingstsonnabend eröffnet Stephan Klopsch am Brunnenplatz seine Caféteria "Brot und Zucker". Selbst gemachten Kuchen und Kaffee wird er hier anbieten, dazu kleine Snacks und Spezialitäten. Die Räume im Ex-Bau gefielen ihm gut und auch die Terrasse. Anders das städtische Beet vor dem Haus. Unkraut wucherte. Laub, Kippen und Hundehaufen sorgten für einen abstoßenden Anblick.
"So kann man doch keine Gäste empfangen", dachte sich der Wirt und machte genau das, worum die Stadtverwaltung die Frankfurter seit langem händeringend bittet: Er säuberte das Beet, setzte 20 Studentenblumen und Pelargonien ein und pflanzte zwei Tomaten. "Die Tomate ist eine ästhetische Pflanze und bringt Abwechslung in das Beet", begründete Stephan Klopsch.
Was er nicht ahnen konnte: Ein Nachbar beschwerte sich über die Tomaten beim Grünflächenamt, das vorher zwar gegen Unrat und Unkraut nicht vorgegangen war, jetzt aber tätig wurde. Stephan Klopsch wurde aufgefordert, die zwei Tomaten zu entfernen. "Bei der Besichtigung bedankte sich die Mitarbeiterin bei mir für die Säuberung und die Blumen", sagte er, "aber Tomaten dürften nicht in öffentlichen Grünflächen wachsen."
Diese Regelung bestätigte Stadtsprecher Sven Henrik Häseker. "Beschwert sich ein Anwohner, müssen wir reagieren", bedauerte er. Stephan Klopsch gießt indessen seine Tomaten weiter jeden Tag und fragt: "Was sieht wohl schlimmer aus? Zwei Tomatenpflanzen oder Unkraut und Müll in einem Beet?" gro
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