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29.05.2009 18:47 Uhr

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Kita-Erzieher fordern mehr Personal

. Es war ein langer Zug, der sich gestern Nachmittag von der Montessori-Kita an der Oranienburger Straße auf zum Platz am Steintor machte. Über hundert Erzieher, Eltern und Kinder, ausgestattet mit Plakaten und Trillerpfeifen marschierten, begleitet von der Polizei, um sich für ihre Sache stark zu machen. Und zwar in erster Linie für eine bessere Personalausstattung der Kitas.

  Protestmarsch in Bernau ©

"Bei uns kommen 15 Kinder auf eine Erzieherin. 13 sind eigentlich gesetzlich vorgesehen", schildert Marlene Neitzel, Leiterin der DRK-Kita am Wasserturm, die Lage.

Katrin Hawliczek, kennt die Situation sogar noch schlimmer."Dass eine Erzieherin 18 Kinder betreut, ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel." Die Fachberaterin für Kitas hat den Sternmarsch organisiert, an dessen Ende am Steintor rund 600 Demonstranten zusammen kommen. "Im Krippenbereich betreut eine Erzieherin 12 Kinder. Wenn dann noch jemand krank wird oder Urlaub macht, dann wird es richtig schlimm."

Darunter leide vor allem die Qualität der Arbeit. "Die Erzieherinnen sind ausgebrannt, schaffen die Arbeit einfach nicht mehr so, wie sie sie gerne erledigen würden", weiß Ute Günzel. Die Leiterin einer Kita in Oranienburg ist Initiatorin der Kitainitiative Brandenburg und organisierte in Oranienburg bereits in November 2008 einen Sternmarsch der dortigen Einrichtungen. Auch damals konnten die Eltern "Wunschzettel" unterschreiben, auf denen sie sich für eine Erhöhung des Betreuungsschlüssels bei unter Dreijährigen auf 1:5 und Kinder bis sechs Jahren auf 1:8 einsetzen.

"Die Aufgaben der Erzieher sind mit den Jahren gewachsen", sagt Ute Günzel und nennt als Beispiel die Sprachstandsfeststellungen. "Dafür haben wir aber leider nicht mehr Personal bekommen." Die schlechten Bedingungen in Brandenburg machten sich bereits bemerkbar, weiß Ute Günzel. "Viele Erzieherinnen gehen nach Berlin, wo die von uns geforderten Personalschlüssel bereits jetzt gelten. Wir haben jetzt schon Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen."

"Wichtig ist uns aber auch die Forderung, dass ab einer Kinderzahl von 100 Kindern der Leiter freigestellt wird", ergänzt Marlene Neitzel, deren Einrichtung 195 Kinder besuchen. "Der Büroaufwand ist ja nicht weniger geworden, als Halbtagsjob ist das nicht mehr zu schaffen."

In den meisten Kitas gab es gestern eine Notbetreuung für die Kinder, kleinere hatten ganz geschlossen. Die Eltern nahmen es gelassen. Susann Kunze ist Mutter eines Kita-Kindes. "Ich habe mir heute extra frei genommen. Die Kita sollte sehen, dass wir hinter ihr stehen. Verbesserungen sind schließlich wirklich wichtig."

Am 26. Juni wollen die Verantwortlichen der Kitainitiative Brandenburg die gesammelten Wunschzettel an Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übergeben.

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