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"Einen Königsweg gibt es nicht"

. Fredersdorf-Vogelsdorf Die Adolph-Hoffmann-Villa in Vogelsdorf und der Fredersdorfer Gutshof sind zwei historische Objekte in der Gemeinde, die dringend einer Sanierung harren. In beiden Fällen gibt es engagierte Aktivisten - wie an Geld zu kommen ist, dafür wurden bei einem Erfahrungsaustausch Ideen weitergegeben.

Die SPD hatte zu dem Forum im Hotel "Flora" eingeladen, wo sich in der Kegelbahn rund 50 Interessierte an den Tischen drängten: einige Gemeindevertreter und Bürger, von denen einige bereits in den angesprochenen Vereinen tätig sind. Mindestens ebenso wichtig wie die praktischen Hinweise der Podiumsgäste war das Signal der Ermutigung, das von der Veranstaltung ausging. Schon mit einem Bruchteil des benötigten Geldes lasse sich ein solches Vorhaben starten, betonte Bernhard Sept aus eigener Erfahrung.

Er erinnerte an das Beispiel Turmuhr der Kirche. 4000 DDR-Mark habe damals die Kostenschätzung betragen, mit einer Spende von 200 Mark von Bäckermeister Noebe ging es los. Am Ende kamen 6300 D-Mark zusammen. Sich nicht von Misserfolgen entmutigen zu lassen, mahnte er ebenfalls an. So hätten die Aktivisten seinerzeit drei Förderanträge an zwei Landesministerien gestellt, die alle abgelehnt wurden. "Einen Königsweg gibt es nicht", so Sept.

Geduld und Hartnäckigkeit müsse man aufbringen, betonte auch Kristina Schulz, die Vorsitzende des Vereins Angerscheune aus Petershagen. "Überall sind wir betteln gegangen", und als ein binnen drei Monaten gestemmter Antrag über das ILE-Programm der EU scheiterte, weil die Gemeinde durch Neuordnung plötzlich aus dem Fördergebiet herausgefallen war, sei dies zwar ein Rückschlag gewesen, dennoch schaffte es das Team, erst beim Kultur- und später beim Landwirtschaftsministerium insgesamt mehr als 60 000 Euro Zuwendungen zu erhalten, damit aus dem Denkmal eine soziokulturelle Begegnungsstätte werden kann.

"Manchmal muss man Glück haben", räumte Brigitte Markstein freimütig ein, die über 15 Jahre hinweg mehr als eine Million Euro Spenden und Fördermittel für den Petershagener Kinderbauernhof "Mümmelmann" eingeworben hat. Erst für den Umzug ins neue Domizil, dann für den Ausbau einschließlich der Herberge. "Eine starke Gruppe im Rücken sei unerlässlich", sagte sie. In ihrem Fall seien das die BSG Steremat als Träger, die Gemeinde und Sponsoren gewesen.

Den Fredersdorfer Aktivisten, aus den Reihen des Heimatvereins, legte sie ans Herz, Optimismus und Ziel nicht zu verlieren. Ihr Vorschlag, eine Förderung über das EU-Programm Interreg ins Auge zu fassen, scheitere aber daran, dass Fredersdorf-Vogelsdorf anders als der Nachbarort noch keine Partnergemeinde in Polen oder einem anderen neuen EU-Land habe.

Ein wenig neidvoll blicken viele auf Altlandsberg, wo seit 1992 stolze 15 Millionen Euro in die Stadtsanierung geflossen sind, wie die Sanierungsbeauftragte Grit Burkhardt darlegte. Ein direkter Vergleich beider Kommunen verbiete sich, da Altlandsberg als Gründungsmitglied der AG Städte mit historischem Stadtkern eine Sonderstellung einnehme. Auf diese Weise habe der kommunale Anteil an den Ausgaben immer nur 20 Prozent betragen.

Gleichwohl sei es ein frühzeitiger politischer Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten gewesen, der den Weg ebnete, betonte Altlandsbergs Ortsvorsteher und SPD-Landtagsabgeordneter Ravindra Gujjula. "Wer keine Phantasie hat, sollte solche Projekte nicht anfassen, denn langer Atem ist nötig." Doch wer Altlandsberg vor 15 Jahren und heute im Vergleich betrachte, so Gujjula, "der weiß, dass Sie das ebenfalls schaffen".

Namens des Heimatvereins erinnerte Vorstandsmitglied Hannelore Korth daran, dass mit der Sanierung des Taubenturms auf dem kommunalen Stück des ansonsten noch der Treuhandnachfolgerin BVVG gehörenden Areals ein großer erster Schritt schon getan sei. Bis 2005 habe man zudem einen Abriss der später unter Denkmalschutz gestellten Gebäude erfolgreich verhindern können, um nun hoffentlich schrittweise nach einem Kauf durch die Gemeinde die Sanierung anzugehen.

Dass solche historischen Objekte schnell verloren gehen können, zeigte sich am ältesten Gebäude - das rund 300 Jahre alte Wohnhaus in der Platanenstraße war vor zehn Jahren abgerissen worden, hatte Moderator Volker Heiermann (SPD) in seinem Eingangsstatement gesagt. Ein solcher Schritt oder auch der völlige Einfall soll bei Hoffmann-Villa und Gutshof unbedingt vermieden werden.

Zudem könnte Freders­dorf-Vogelsdorf als Mitgesellschafter auf die Entwicklungsgesellschaft Stienitzsee zählen. "Nutzen Sie unsere Möglichkeiten", bot die stellvertretende Geschäftsführerin Christel Fielauf die Unterstützung der ESG bei der Suche nach geeigneten Fördertöpfen, aber auch praktischen Fragen und womöglich Arbeitskräften an.

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