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10.06.2009 19:39 Uhr

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Umgehung II in Landespläne aufgerückt

. Es war selbst für das Strausberger Rathaus eine ziemliche Überraschung, dass eine neue Ortsumgehung für die Stadt in den Entwurf des neuen Landesstraßenbedarfsplans aufgenommen wurde. "Wir haben es auch nur aus der Zeitung erfahren", sagte Stadtplaner Thomas Elsner, der sich über das neue Papier aus dem Infrastrukturministerium hocherfreut zeigte. Das enthält eine westlich von Hennickendorf und östlich von Rehfelde vorbeiführende Trasse bis zur L 233 zwischen Strausberg und Rehfelde sowie die sogenannte Südspange von der Umgehungsstraße bis ebenfalls zur L 233 zwischen Strausberg und Rehfelde. Vor wenigen Tagen war es im Verkehrsausschuss des Landtages vorgestellt worden (MOZ berichtete). "Wir hatten immer darauf gedrängt, dass wir berücksichtigt werden", so Elsner.

  Strassenbau um Strausberg, Google Earth ©

Allerdings fehlten ihm zunächst tiefergehende Informationen. Eine aus dem Jahr 2004 stammende Skizze mit der Trassenführung könne in jedem Falle nicht realisiert werden, da sie beispielsweise mitten über den Flugplatz führte.

Im Nordosten sind in den neuesten Plänen des Landes auch keine neuen Strecken vermerkt. Vielmehr geht es um eine Verbindung von Hennickendorf (Höhe Gewerbegebiet Pappelhain) bis zur L 233 nahe Fasanenpark. Dazu die Südspange von der Umgehungsstraße (Höhe Abzweig Elefantenpfuhl) vorbei an Handelscentrum und Kleingärten an der Hegermühlenstraße östlich der S-Bahn bis zur L 233. Die beiden Strecken sind mit knapp 16 Millionen Euro veranschlagt, immer noch eine Million weniger als eine zunächst favorisierte andere Linienführung, die noch durch naturschutzrechtlich geschützte Gebiete geführt hatte. Die genaue Trassenführung ist aber noch nicht festgelegt, sondern wird erst diskutiert.

Als besonders bemerkenswert bezeichnete Elsner, dass den beiden Maßnahmen um Strausberg ein Nutzen-Kosten-Faktor von 8,8 eingeräumt wird, der mit Abstand höchste Wert aller 15 Projekte, die im Land aus einem Stapel von über 100 bei der Überarbeitung noch übrig geblieben sind. Das Vorhaben hätte somit Priorität, wenn die 14 "indisponiblen" Projekte abgearbeitet sind, die noch aus dem Plan von 1995 stammen und zusammen rund 120 Millionen Euro kosten sollen. Zu diesen zählt beispielsweise der vierstreifige Ausbau der L 33 von der A 10 zunächst bis Hönow und von dort weiter bis zur Landesgrenze Berlin. Für die gut fünf Kilometer sind knapp acht Millionen Euro veranschlagt.

In Strausberg lägen wesentliche Verkehrsprobleme "in der starken Auslastung verschiedener Straßenzüge besonders in Nord-Süd- Richtung, wodurch Verbindungsprobleme entstehen", begründete Egbert Neumann aus dem Potsdamer Ministerium. Grundlage für die verkehrswirtschaftlichen Daten, die zur Einordnung von Projekten in den Entwurf führten, seien Trassenkorridore, die die Lösung regionaler Verkehrsprobleme ermöglichen sollen, und Kostenschätzungen.

Der Weg bis zur Realisierung der Vorhaben ist aber noch lang: In diesem Monat sollen zunächst die Unterlagen zur Behörden-Beteiligung bei der Umweltverträglichkeitsprüfung fertig gestellt werden. Nach der Veröffentlichung der Unterlagen werden dann bis November Stellungnahmen der Behörden eingeholt. Parallel erfolgt die Beteiligung der Öffentlichkeit. Wenn die Auswertung der Stellungnahmen bis Ende Februar 2010 abgeschlossen ist, könne das Papier ab März ins Gesetzgebungsverfahren mit Vorstellung in Kabinett und Landtag.

Erst danach beginnt das förmliche Planverfahren, in dem eine verbindliche Linie für die neue Straße festgelegt wird.

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