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Das gute Beispiel Heckmann

Eisenhüttenstadt . In Zeiten der Wirtschaftskrise hoffen die mittelständischen Unternehmer in Eisenhüttenstadt auf Hilfe vom Land. Die Zusage holten sie sich bei einem Gespräch in Potsdam. Von dort kam gestern SPD-Landtagsfraktionschef Günter Baaske zur Firmenvisite in die Stahlstadt.

Seit Januar ist Günter Baaske auf Unternehmenstour in Brandenburg - um sich vor Ort ein Bild von der Lage der Firmen in wirtschaftlich schwieriger Zeit zu machen. Von Heckmann in Eisenhüttenstadt ist der Landespolitiker sichtbar angetan. "Die Firma ist nicht so einseitig aufgestellt", weiß er nach dem Rundgang durch die Werkhallen. Dies sei nicht überall so im Land. Es gebe viele Unternehmen, die sich sehr spezialisiert haben, etwa als Zulieferer für die derzeit tief in der Krise steckende Automobilindustrie. Bei seinen nächsten Stationen will Baaske das gute Beispiel Heckmann deshalb weitergeben.

Die in der Oderlandstraße ansässige Firma mit ihren 100 Mitarbeitern - acht davon Azubis - hat offenbar ihren Weg durch die Krise gefunden. Sie verzeichnet in den ersten fünf Monaten dieses Jahres zwar einen zwölfprozentigen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Kurzarbeit gibt es aber, anders als in zahlreichen Unternehmen der Region, noch nicht, wie Geschäftsführer Eberhard Kirsch anmerkt. Dafür eine 32-Stunden-Woche für die Mitarbeiter und vorgezogenen Urlaub.

Dass es besser als anderswo läuft, liegt an den Aufträgen, die sich die Firma "organisiert" hat. Und musste, schließlich ist der Anteil der Aufträge, die von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt kommen, von 37 Prozent in guten Zeiten auf jetzt magere zwei Prozent gesunken. "Heckmann zeigt, wie man sich schnell neu orientiert am Markt, um Ausfälle besser verkraften zu können", sagte Bürgermeister Rainer Werner, der wie die SPD-Stadtverordneten Peter Müller und Ingrid Siebke Parteifreund Baaske gestern beim Betriebsbesuch begleitete. Die städtische Wirtschaftsförderung, so betonte Werner, werde sich weiter auf die Bestandspflege und die Ansiedlung mittelständischer Betriebe konzentrieren. Ein Ziel sei es, in Zusammenarbeit mit dem Investor Center Ostbrandenburg Zulieferer für die Solarindustrie zu gewinnen. Interessenten gebe es bereits. Der Bürgermeister sieht sich deshalb auf dem richtigen Weg "weg von der Monostruktur". Und er rechnet fest mit Hilfe aus Potsdam. Gerade nach dem jüngsten Gespräch mit Ministerpräsident Matthias Platzeck. "Dort haben wir deutlich gemacht, dass der Mittelstand Finanzierungs- und Überbrückungshilfen braucht - und bekamen eine Zusage." Zudem habe Platzeck versichert, dass sich die Landesregierung bei der Konzernleitung von ArcelorMittal für den Standort Eisenhüttenstadt einsetzen wird. Werner: "Ich glaube, dass in Potsdam die Lage hier sehr ernst genommen wird." Diesen Eindruck hat auch Wolf-Rüdiger Kriebel. Der Geschäftsführer von Ferrostaal, der wie Kirsch und Vertreter anderer klein- und mittelständischer Unternehmen beim Ministerpräsidenten war, hofft, dass "Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass die Firmen der Region am Aufschwung, der kommen wird, teilhaben können". Baaske, der sich bei seinem Besuch in Eisenhüttenstadt auch bei ArcelorMittal umschaute und über die Situation informierte, wies darauf hin, dass in Brandenburg die Bedingungen für Bürgschaften verbessert worden seien. Kredite könnten allerdings nur vergeben werden, wenn es den Unternehmen damit tatsächlich besser geht, damit der Steuerzahler nicht belastet werde.

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