Potsdam . Von Sabine Steinbei ß
In Brandenburg sind im vergangenen Jahr erneut mehr Menschen bei der Arbeit verunglückt als im Bundesdurchschnitt. Nach vorläufigen Zahlen kamen auf 1000 Erwerbstätige knapp 33 meldepflichtige Arbeitsunfälle, wie am Donnerstag das Potsdamer Arbeitsministerium mitteilte. Bundesweit waren es nur 26,8.
"Schlecht gestaltete Arbeitsplätze, Zeitdruck und Überforderungen begünstigen das Entstehen von Erkrankungen und somit Arbeitsunfähigkeiten", so Arbeitsstaatssekretär Winfried Alber. Ob dies die Ursachen für die überdurchschnittlichen Zahlen in Brandenburg sind, vermochte er nicht zu sagen. Fest steht jedoch, dass Betriebe die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt nur mit qualifizierten und gesunden Beschäftigten erfolgreich bewältigen könnten, betonte er.
Um Arbeitsunfällen noch besser vorzubeugen, ist daher in Brandenburg, als erstem Bundesland, eine neue Rahmenvereinbarung zum Arbeitsschutz in Kraft getreten. Zu Beginn der gestrigen Fachtagung "Gemeinsam für gesunde Arbeit" wurde sie in Potsdam unterschrieben. Durch Aktivitäten der Länder und der Unfallversicherungsträger sollen bis 2012 die Häufigkeit und Schwere von Arbeitsunfällen in Deutschland ebenso gesenkt werden wie Beschwerden und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und der Haut. In Arbeitsprogrammen würden die Ziele auf Landesebene umgesetzt - nach deutschlandweit geltenden Standards und später in allen 16 Bundesländern.
Gemeinsam Handeln - jeder in seiner Verantwortung. Diese Leitlinie prägt schon seit 2008 das deutsche Arbeitsschutzsystem. Im Mittelpunkt der gestrigen Fachtagung stand daher die Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten in Brandenburg. Dabei geht es um die verstärkte Zusammenarbeit der staatlichen Arbeitsschutzverwaltungen und der Unfallversicherungsträger.
"Nach wie vor gibt es Gefährdungen, wie zum Beispiel ungenügend gesicherte Baugerüste oder die Verwendung hautschädigender Stoffe, die zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten führen können", erläuterte der Staatssekretär. Mit den nun startenden Arbeitsprogrammen in den Handlungsfeldern Bau und Montage, Zeitarbeit, Haut, Pflege und Büro, sollen eine systematische Umsetzung des Arbeitsschutzes im Betrieb erreicht werden.
Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), stellte klar, dass einerseits in der Folge der geleisteten Arbeit in der Vergangenheit schon gute Erfolge erzielt wurden. Andererseits aber neue Ansätze erforderlich seien, um der Vision einer Arbeitswelt ohne Unfälle und Beeinträchtigungen der Gesundheit näher zu kommen. "Es ist schon ein großer Erfolg der Präventionsarbeit, wenn die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle im Jahr 2008 auf einen historischen Tiefstand gesenkt werden konnte", so der stellvertretende DGUV-Hauptgeschäftsführer. Aber fast eine Million meldepflichtiger Arbeitsunfälle im Jahr 2008 in der Bundesrepublik müssten weiter Anlass sein, die Aktivitäten zu steigern.
Eichendorf betonte, dass die Bündelung der Aktivitäten aber nicht mit Personalabbau verbunden sein solle. Früher seien die Betriebe zum einen von der Gewerbeaufsicht, zum anderen von der Unfallkasse besucht worden. "Mit den gemeinsamen Besuchen ersparen wir uns und den Firmen eine Menge Bürokratie", ist er sich sicher. Das Land Brandenburg werde nun Vorreiter auf diesem Gebiet.
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Neueste Kommentare
22.05.2012 16:47:11 nebenbeibemerkt
Hier wird doch einfach....
22.05.2012 16:46:42 max
AUTO FFO
22.05.2012 16:42:58 Leser
@nebenbeibemerkt
22.05.2012 16:36:56 Frankura
Buch von Sarrazin = kalter Kaffee
22.05.2012 16:25:54 olaboe
@heinzi