. Schwedt/Gartz Aktivisten der Anti-Atomkraftbewegung in der Region ringen um Aufklärung. Gegen die Pläne Polens zum Bau eines Atomkraftwerkes haben bereits mehr als 7000 Uckermärker unterschrieben. Jetzt soll mit Hilfe von Greenpeace eine Informationskampagne gestartet werden.
Atomstrom sei doch so schön billig. Ohne Atomkraft könne Deutschland nicht genügend Energie produzieren. Ein AKW sei doch klimaschutztechnisch einwandfrei, weil es kein CO 2 - freisetzt - solche Meinungen hören auch die Initiatoren erster Proteste und Unterschriftenaktionen gegen den Bau des Atomkraftwerkes in Gryfino immer wieder. "In der Region wurde zu DDR-Zeiten nie über Atomkraft diskutiert, das war tabu. Es gab keine Anti-Atomkraftbewegung wie im Westen und keine öffentliche Meinungsbildung. Es ist ganz normal, dass sich die wenigsten in Sachen Atomstrom wirklich auskennen. Das wollen wir ändern und haben Greenpeace dabei um Hilfe gebeten", so Frank Gotzmann aus Gartz. Das Amtsausschussmitglied hat zusammen mit Gleichgesinnten erreicht, dass das Amt Gartz zumindest für den Start von Aufklärung und Dialog mit der polnischen Seite 1000 Euro bereitgestellt hat.
Greenpeace Berlin wird die Schwedter und Gartzer Atomkraftgegner unterstützen. "Wir kommen am 9. Juli zu einem Vortragsmarathon nach Schwedt und Gartz", bestätigte der Berliner Greenpeace-Chef Patrick Löhr (29). Geplant sind altersgerechte Vorträge an mehreren Grundschulen und ein Informationsabend für interessierte Bürger. "Wir möchten darüber aufklären, was es bedeutet, mit Atomkraft Strom zu produzieren. Wir recherchieren aber auch in Polen, um Aussagen über die Baupläne und über rechtliche Fragen der Genehmigung treffen zu können", so Löhr.
Nach Meinung des Schwedter Landtagsabgeordneten Mike Bischoff (SPD) ist das Interesse der Bevölkerung am Thema groß. "Fast täglich kommen neue Unterschriftenlisten aus Apotheken, Bäckereien, Seniorentreffs oder vom Kino. Das Interesse an Information über die polnischen Pläne und über Möglichkeiten, sich gegen ein Atomkraftwerk zu engagieren, ist ungebrochen hoch."
Öffentlich wurde der Protest gegen die Baupläne bisher beim Nationalparklauf in Gartz, bei einer Demonstration der Grünen in Gryfino und in der Rede von Ministerpräsident Platzeck zur Inkontakt.
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Neueste Kommentare
22.05.2012 16:56:06 Beobachter
Gut so!
22.05.2012 16:47:11 nebenbeibemerkt
Hier wird doch einfach....
22.05.2012 16:46:42 max
AUTO FFO
22.05.2012 16:42:58 Leser
@nebenbeibemerkt
22.05.2012 16:36:56 Frankura
Buch von Sarrazin = kalter Kaffee