Eberswalde . Im Landkreis Barnim soll die Stelle des ersten Beigeordneten neu ausgeschrieben werden, da die Amtszeit von Vizelandrat Carsten Bockhardt (CDU, 53 Jahre) zum Jahresende ausläuft.
Mit der Ausschreibung umgehen Landrat Bodo Ihrke (SPD) und sein Vize eine möglicherweise knappe Wahlentscheidung im Kreistag. Bockhardt selbst will sich wieder bewerben, er strebt eine zweite achtjährige Amtszeit als Wirtschaftsdezernent und Vizelandrat an.
Kurz vor Ende seiner Dienstzeit macht Bockhardt aus seinem Herzen keine Mördergrube. "Ich habe natürlich den Bonus des Amtsinhabers. Ich kenne die Region und die Ansprechpartner vor Ort, aber auch die Entscheider für Fördermittel, in den Ministerien und in anderen Behörden." Dies alles müsste ein neuer erster Beigeordneter sich erst erarbeiten, erklärt er.
Zugleich zeigt sich Bockhardt mit der abgesprochenen Strategie nicht unzufrieden. "Eine Ausschreibung der Stelle halte ich für völlig in Ordnung. Das ist eben Demokratie. Unternehmen müssen sich auch monatlich am Markt behaupten. Da ist es doch legitim zu fragen, was sonst noch auf dem Markt wäre."
Fraglos geht Bockhardt das Verfahren sportlich an und stellt sich dem Wettbewerb. Er bereitet sich nach eigenen Angaben vor, als würde er sich auf eine Stelle bewerben. "Sicherheiten gibt es keine", sagt er und erinnert an seine Zeit in der Kommunalpolitik. Auch dort habe er sich innerhalb der zehn Jahre als Bürgermeister in Zepernick und Amtsdirektor in Panketal einer Wiederwahl stellen müssen.
Laut Kommunalverfassung ist die Stelle eines Beigeordneten grundsätzlich auszuschreiben. Zugleich hätte der Kreistag die Möglichkeit gehabt, von einer Ausschreibung abzusehen.
Angesichts der großen Wellen, die es im Vorfeld um die Direktwahl des Landrates gab, nahm die Führungsspitze der Kreisverwaltung von diesem Weg offensichtlich Abstand. Das bestätigt auch Bockhardt. "Das knappe Ergebnis bei der Landratswahl hat ja gezeigt, wie sensibel das Thema betrachtet wird. Um sich nichts nachsagen zu lassen, finde ich den gewählten Weg richtig."
Wenn der nächste Kreistag am 8. Juli die Vorlage des Landrates bestätigt, soll die Ausschreibung umgehend veröffentlicht werden. Bis zum 28. August kann sich dann jedermann bewerben, der die nötigen Voraussetzungen wie die Befähigung zum höheren allgemeinen Verwaltungsdienst und eines Hochschulstudiums mitbringt. Schon am 7. Oktober soll dann der Kreistag über den 1. Beigeordneten entscheiden, der möglicherweise im Januar über einige Zeit die Geschäfte im Kreis führen muss. Das gilt für den Fall, dass Ihrkes Amtszeit am 22. Januar ausläuft, aber die Direktwahl des Landrates zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist.
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