. Von Renate Meliß
Berlin-Buch Verlassen liegen naturgemäß zu dieser Jahreszeit die Badestellen an den Gewässern und die Schwimmbäder haben ihre Tore noch geschlossen. Bevor die Baderatten und Wassernixen wieder ins kühle Nass tauchen, vergehen noch ein paar Wochen. Keine Ruhepause haben jene, die im Sommer an den Ufern und Beckenrändern darüber wachen, dass niemand Schaden nimmt.: die Rettungsschwimmer.
So schnell kann es gehen: Gerade noch schwimmt da jemand scheinbar gemütlich im Wasser, doch plötzlich verspürt er einen Krampf im Bein. Der Schmerz wird so stark, dass er sich kaum noch bewegen kann. Dazu kommt die größer werdende Panik, denn es ist noch so weit bis zum rettenden Ufer.
Jetzt kommt es auf Minuten an. Ein Rettungsschwimmer weiß, was in dieser Situation getan werden muss: Rein ins Wasser, notfalls auch bekleidet, um dem in Not geratenen Schwimmer so schnell wie möglich zu helfen. Doch dazu heißt es üben, üben, üben. Und dazu ist vor allem in den Monaten Zeit, da die Wassertemperaturen die meisten Badefreunde davon abhält, ihrem nassen Hobby zu frönen. Beim Deutschen Roten Kreuz und bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft werden Lehrgänge abgehalten, in denen das Einmaleins der Lebensrettung aus dem nassen Element gelehrt werden.
"Es sind die Fertigkeiten eines Rettungsschwimmers, die Ihnen hier beigebracht werden. Erst wenn Sie die beherrschen, können Sie die Ausbildung zum Rettungsschwimmer auch erfolgreich bestehen", weiß Wolfgang Keßler, Ortsgruppenleiter der Wasserwacht des DRK-Niederbarnim und Leiter des Waldbades am Liepnitzsee.
19 Schüler, darunter zwei Mädchen, im Alter von 17 bis 21 Jahren treffen sich an jedem Dienstagabend seit Oktober 2007 zum Training in der Schwimmhalle Berlin-Buch. Angeleitet werden sie von Phillip Rosenthal, Rettungsschwimmerassistent. Das Hauptaugenmerk der Wasserwacht liegt darauf, ständig über die Herbst- und Wintermonate Rettungsschwimmer auszubilden, die dann im Sommer an den Badeseen in Wandlitz, Stolzenhagen, dem Liepnitzsee, dem Freibad Waldfrieden, am Mechesee in Lobetal und im Ferienlager Stolzenhagen am Wandlitzsee eingesetzt werden.
Je nachdem wie hoch die Auslastung des Bades oder wie schön das Wetter ist, werden Rettungsschwimmer gebraucht. "Das können beispielsweise in Wandlitz bei zweitausend Badegästen dann durchaus schon drei Rettungskräfte sein, um die Sicherheit der Badenden zu gewährleisten", sagt Keßler.
Ertrinken oder Erschöpfung und Krämpfe während des Schwimmens sind zum Glück die Seltenheit. Meist werden Rettungsschwimmer gerufen, wenn sich Badegäste geschnitten haben. Schnittverletzungenerlitten Badende meist außerhalb des regulär bewachten Badebereiches. "Die Leute gehen dann an wilde Badestellen und da liegt dann eben mal ,ne Scherbe rum oder 'ne Glasflasche landete auf dem Grund", kennt Keßler die Situation. Wenn sich Unfälle im betreuten Badebereich ereignen, passierten die dagegen oft an Plattformen oder Stegen, an denen sich Muscheln mit ihren scharfkantigen Rändern absetzen. Da heißt es aufpassen, wo man sich festhält. Aber auch Insektenstiche gilt es zu versorgen, erinnert Wolfgang Keßler an die große Wespenplage vor zwei Jahren.
Neben Unterweisungen in Erster Hilfe gehört zur Ausbildung des Rettungsschwimmers außer der Theorie die praktische Ausbildung. Springen ins Wasser, Befreiungsgriffe aus verschiedenen Kampfsportarten, Bedienung der Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaschine, Kleiderschwimmen, Tauchen...
"Wenn ein Ertrinkender in Panik gerät, greift er nach allem, was sich bietet, um sich vor dem Untergehen zu retten", weiß Philipp Rosenthal. Als Rettungsschwimmer müsse man sich davor schützen, durch solche Panikattacken selbst in Gefahr zu geraten. "Mit dem so genannten Fesselschleppgriff bekommt man jeden dazu, sich nicht mehr zu bewegen. So kann man ihn für sich selbst gefahrlos in Sicherheit bringen", nennt Philipp Rosenthal ein probates Mittel der Rettungsschwimmer.
Für Spenden und Unterstützung, die unter anderem für die Ausbildung von Rettungstauchern dringend benötigt werden, ist die Wasserwacht übrigens sehr dankbar.
Kontakt: (03338) 75386 DRK-Niederbarnim
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Neueste Kommentare
22.05.2012 17:00:08 Schönwalder
Böse
22.05.2012 16:56:06 Beobachter
Gut so!
22.05.2012 16:47:11 nebenbeibemerkt
Hier wird doch einfach....
22.05.2012 16:46:42 max
AUTO FFO
22.05.2012 16:42:58 Leser
@nebenbeibemerkt